Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 10 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Es ist nun Aufgabe des Turnleiters durch Aufstellung einer geeigneten Geräteordnung die Fertigkeit der Turner an den einzelnen Geräten gleichmässig zu fördern und auch somit den Uebungsstoff abwechselungsreich und interessant zu gestalten. Es ist üblich an einem Abend beim Riegenturnen an 2 verschiedenen Geräten turnen zu lassen, und zwar wählt man möglichst das eine Gerät, das hauptsächlich den Oberkörper anstrengt und als Wechselgerät ein solches, bei dem der Oberkörper in hervorragender Weise betätigt wird. Als Geräteordnung schlage ich etwa vor: Hochreck — Bock, Barren quer — Freispringen, Pferdseitsprünge — Klettern, Ringe — Sturmspringen, Pferdschwingen — Tiefspringen, Stützreck — Kastenspringen, Barrenseit Unterschwünge, Pferd lang — Leitern, Gewichtheben — Schwebebäume. Natürlich muß man bei der Aufstellung der Geräteordnung die Raumverhältnisse, Zahl und Art sowie Vorhandensein der Geräte, Zahl der Riegen usw. berücksichtigen. Ueber die Wahl des Uebungsstoffes kann ich hier nicht sprechen, da es zuweit führen würde. Ich verweise auf die bereits vorhandene gute Turnliteratur, besonders auf das vorzügliche Werk von Frohberg „Uebungsspiele", Verlag von Eberhardt-Leipzig.indem Ordnungs-, Frei-, Handbelastungs- und Geräteübungen ausführlich behandelt werden. Das Riegenturnen nimmt etwa 30 Minuten in Anspruch. Die volkstümlichen Uebungen des Turners setzen sich zusammen aus: Springen, Ringen, Stemmen, Hangeln, Laufen, Stein- und Kugelstoßen, Kugelschocken und Schleuderballwerfen. Die ersten 4 Uebungen lassen sich bequem in der Halle ausführen, während die anderen fleissig im Sommer im Freien geübt werden können. Man unterschätze nicht den Wert der volkstümlichen Uebungen, die besonders auf die inneren Organe (Lunge und Herz) des Turners einen hervorragenden Einfluß ausüben. Man möge auf die volkstümlichen Uebungen mindestens 15 Minuten, im Sommer bis 30 Minuten verwenden. Das Spiel wirkt auf die Förderung des Charakters, es verleiht eine selbständige, schnelle Entschlußkraft und dient zur Belebung des Turnbetriebes. Es ist möglichst im Freien vorzunehmen, jedoch sind die meisten Spiele auch in der Halle ausführbar. Auf sie verwende man etwa 10 bis 15 Minuten. Das Kürturnen dient dazu, den Turner nach freier Wahl sich in den einzelnen Uebungen vervollkommnen zu lassen. Man beginnt am besten den Turnabend .mit Kürturnen, damit zu spät Kommende nicht den Turnbetrieb stören und der Turner die am letzten Abend gelernten Uebungen schnell wiederholen kann. Auch beschließt man den Abend am besten wieder mit Kürturnen, um dem Turner Gelegenheit zu geben, die beim Riegenturnen erlernten Uebungen mit Sicherheit und guter Haltung zu wiederholen oder evtl. auszubauen. Wir kommen hiernach zu folgendem Ergebnis bei der Einteilung des Turnabends: Kürturnen ca. 15 Min , Ordnungsübungen ca. 10 Min., Freiübungen ca. 20 Min., Riegenturnen ca. 30 Min., volkstümliche Uebungen ca. 15 Min., Spiele ca. 15 Min., Kürturnen ca. 15 Min., zusammen ca. 120 Min.