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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 10 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
10 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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13 inbetracht. Man wähle nun möglichst so, dass mindestens ein turnfreier Tag dazwischenliegt, um Anfänger nicht zu übermüden. Die Turnhalle wird ja in der Hauptsache der Ort des Turnbetriebes sein, jedoch vergesse der Turnleiter nie, daß die Halle nur ein Notbehelf ist. Wenp irgend möglich, turne man (besonders im Sommer) im Freien. Fast auf jedem Schulhof stehen ja jetzt auch Turngeräte, sodaß nicht nur die Ordnungs-, Frei- und volkstümlichen Uebungen, sondern auch das Geräteturnen hier abgehalten werden können. Wo eine Turnhalle oder ein Turn- und Sportplatz nicht vorhanden sind, da läßt sich auch in einem Saal in primitiver Weise ein Turnbetrieb durchführen. Um nun den Turnabend selbst nach zweckmäßigen Gesichtspunkten einrichten zu können, wollen wir uns einmal das gesamte Uebungsgebiet vor Augen führen. Die Ordnungsübungen dienen dazu, in jeder Turnstunde die Aufstellung zu den Frei- und Geräteübungen zu bewerkstelligen, auch werden sie bei anstrengenden Freiübungen als Zwischenübungen verwendet. Ihr Wert ist in der Hauptsache ein moralischer. Sie stärken den Sinn für Ordnung und das Gemeinschaftsgefühl der Turner und erziehen zur Aufmerksamkeit. Der durch die Ordnungsübungen erzielte körperliche Nutzeffekt ist (nach Maul) fast Null. Man kann durch Ordnungsübungen hübsche Wirkungen bei Schauturnen erreichen. Bei einem kürzlich durch Turnwart Rudolf Loewy abgehaltenen wohlgelungenen Schauturnen der 1. Jugend-Abteilung des 1- T. V. Bar Kochba-Berlin wurde beispielsweise mit Hilfe von Ordnungsübungen die Bildung eines Mögen David in recht geschickter Weise vorgeführt. Man beschränke sich aber beim gewöhnlichen Turnbetrieb auf einen einfachen flotten Marsch, straffen Lauf und einfache Reihungen bei guter Körperhaltung. Wir schlagen also unter Berücksichtigung der apgeführten Punkte 5, höchstens 10 Minuten Ordnungsübungen vor. Die Freiübungen bewirken eine Durcharbeitung des ganzen Körpers, sind gefahrlos und eignen sich somit für Turner jeden Alters. Si l zielen auf eine gute Körperhaltung hin und bilden daher einen wichtigen Teil unseres Turnens. Die Uebungen mit Handgeräten (Hantel, Stab, Langstab, Keulen) zeigen dieselben Vorzüge wie die F eiübungen und geben eine noch wirksamere Durchbildung der Muskulatur der Turner. Der Turnleiter möge durch Abwechselung der Freiübungen und L'ebungen mit den verschiedenen Handgeräten darauf achten, daß das Interesse für dieses wichtige Turngebiet nicht erlahmt. Diese Uebungen mögen etwa 15—20 Minuten des Turnabends ausfüllen. Die Geräteübungen bilden den wesentlichen Bestandteil unseres Turnens, sie fördern die körperliche Ausbildung des Turners in hervorragender Weise, und geben ihm Kraft, Mut, Ausdauer, Geschicklichkeit, Willenskraft, Entschlossenheit und Selbstvertrauen. Die Hauptgeräte sind Reck, Barren und Pferd. Die Nebengeräte sind Bock, Ringe, Leitern, Stangen etc. 1 o

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