Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 10 (1920) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
10 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/6492385-5965084-5965418--828-4923609
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

6 Wenn die Ueberzeugung richtig ist, daß an dieser Aufgabe nicht nur in den Jugendabteilungen im engeren Sinne, sondern so ziemlich in allen Gruppen gearbeitet werden kann, aus denen sich die Turnerschaft heute zusammensetzt (wirkliche Alte-Herren-Abteilungen sind kaum vorhanden), so ergibt sich daraus die Notwendigkeit, daß die Tätigkeit der Aufgabe entsprechend eingerichtet wird. Das ist nicht so schwer, denn wir wissen ungefähr, wie es gemacht werden muß. Wir haben die Beispiele der anderen Organisationen, die sich mit jugendlichen, dem Kindesalter entwachsenen Menschen beschäftigen. Die Wirkung der einzelnen Gruppen darf sich nicht auf das turnerische oder sportliche Gebiet beschränken, sondern muß sich mit allen Zweigen der Erziehung beschäftigen. Die jüdische Erziehung und die menschliche Entwicklung ist ihre Aufgabe. Ein enger Zusammenhang aller Zugehörigen muß hergestellt werden, jeder Einzelne muß das Gefühl haben, daß der Verein mit seinem persönlichen Leben in Zusammenhang steht. Wichtig wird sein, daß nicht zu große Abteilungen gebildet werden, die ihr Leben selbständig regeln. Die notwendige örtliche Vereinigung soll organisatorischen und technischen Gesamtzwecken dienen. Der Unterschied gegen den gewohnten Zustand wird sich vor allem darin zeigen, daß vom Einzelnen mehr verlangt wird, größerer Zeitaufwand und Verbreiterung des Interessengebiets, das wird zu Reibungen führen; denn nicht jeder wird dem Verein den Anspiuch auf eine so starke Einwirkung zugestehen, die bisher nicht üblich war. Aber die Einordnung muß mit allem Nachdruck durchgeführt werden, wenn das Ziel erreicht werden soll. Wenn wir Mitglieder verlieren, die den gesteigerten Anforderungen nicht genügen können, so wird der Gewinn an innerer Kraft den Verlust reichlich ausgleichen. Die Turnerschaft hat es an sich leicht, ihre Arbeit in diesem Sinne der Bildung wirklicher Gemeinschaftsgruppen einzurichten, denn sie hat einen großen Vorzug: sie besitzt Formen für das Gemeinschaftsleben. Während in anderen Jugendorganisationen der Mangel an geeigneten Formen zu Verlegenheiten führt, sind der Turnerschaft im Turnen und Sport Mittel gegeben, die — neben dem Wandern — auf die Jugend am leichtesten und tiefsten wirken, die ihre Mitglieder mit lebhaftester Anteilnahme erfüllen und eng zusammenbinden. Die allgemeinen, typischen Erziehungswerte dieser Mittel sind bekannt. Sie sind so wichtig, daß wir eine Unterlassungssünde an der jüdischen Jugend begehen würden, wenn wir nicht versuchen, diese starken Kräfte zu voller Entfaltung zu bringen. iv Jede Spende für den Hafional-Fonds

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.