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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 10 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
10 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Grade zu erreichen sind, daß durch einen richtig erzogenen jungen Nachwuchs der Charakter der Turnerschaft am leichtesten in der wünschenswerten Weise ausgeprägt werden wird. Deswegen ist es richtig, der Jugendarbeit alle anderen Interessen unterzuordnen. Aber es wäre falsch, dieses Arbeitsgebiet als das einzig wertvolle anzusehen. Aus der hier vertretenen Auffassung ergeben sich vielmehr Richtlinien auch für die Tätigkeit der höheren Altersstufen. Auch diese ist möglich, nützlich und daher notwendig. Sie kann neben der Arbeit in den Jugendabteilungen einhergehen, weil sich keineswegs alle Kräfte an dieser Arbeit beschäftigen lassen. Sie kann geleistet werden, weil die geforderten Erziehungswirkungen sich keineswegs allein — wenn auch am leichtesten — in den Jugendabteilungen erreichen lassen. Auch in den Abteilungen der Aelteren kann und soll in diesem Sinne geatbeitet werden. Das ist möglich; denn es ist falsch, wenn darauf hingewiesen wird, daß die Turnerschaft zum großen Teil aus Altersorganisationen bestehe, bei denen intensive Erziehungswirkungen unmöglich seien. Der Turn- und Sportbetrieb bringt es ohne weiteres mit sich, daß. unsere Vereine, auch in ihren „älteren" Abteilungen, sich immer aus jugendlichen Jahrgängen rekrutieren. Es wird sehr selten vorkommen, daß wirklich ältere Leute neu zu uns kommen. Unsere älteren Leute sind als junge Turner oder Sportsleute zu uns gekommen. Wir können ganz naturgemäß werbend nur auf Menschen wirken, die zu körperlicher Tätigkeit gewillt und befähigt, also jung sind. Daß auch unsere älteren Leute bei dieser Tätigkeit bleiben, soll ein Erfolg unserer Erziehung sein. Unmittelbar aufnahmefähig sind in dieser Beziehung nur junge Menschen. Die Turnerschaft zerfällt deswegen nicht in eine Jugend- und eine Altersorganisation, sondern gehört als Ganzes zur Jugendbewegung. Sie gehört genau so dazu, wie z. B. das R.J. V. der Herzl-Bund und auch der Blau-Weiß; denn auch dieser übt seine Wirkung in der Jugendbewegung vor allem durch die Führerschaft, also durch die Aelteren, aus. Unsere Stellung in der Jugendbewegung wird also - keineswegs allein durch die Jugendarbeit im eigentlichen Sinne begründet. Genau wie in den genannten Organisationen, kann auch in unseren älteren Abteilungen erzieherische Arbeit geleistet werden. Damit werden diese Abteilungen ihre Bedeutung für die Turnerschaft (und die Jugendbewegung) behalten oder vielmehr erst richtig gewinnen. Wie in den R. J. V.-Verbindungen und den Herzl-Klubs wird das Leben des Verbandes von allen den Gruppen getragen werden, in denen die Erziehungsarbeit geleistet wird, die den Sinn des Verbandes bildet. Wir werden hoffentlich auch Abteilungen haben, in denen die mit der Erziehung Fertigen, die „Alten Herren", zur Pflege des erworbenen Gemeinschaftsgefühls, zu nationaler Arbeit im Allgemeinen und Mitwirkung an den Aufgaben der Turnerschaft im Besonderen und zur Fortsetzung der körperlichen Tätigkeit zusammengefaßt sind. Aber die entscheidende Wirkung und. damit das eigentliche Leben der Turnerschaft wird bei den Gruppen liegen, die durch unmittelbare erzieherische Leistung die Aufgabe der Turnerschaft erfüllen. 1 o

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