Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 9 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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26 4. Neutrale Jugendvereine mit evtl. Turnabteilung. 5. Jüdische Turner und Sportler in nicht-jüdischen Vereinen. 6. Sonstige am Turnen und Sport interessierte Leute (Förderer) usw. Zu allen diesen Dingen gehört natürlich Geld. Der Bezirk muß das Recht haben, Beiträge zu erheben und zwar: 1. Von den Vereinen für die Zeitung, Bezirksmitteilungen und Porto, 2. den einzelnen Mitgliedern z. B. pro Jahr und Kopf 1—2 Mark und freiwillige Spenden (je mehr, desto niedriger wir der Einzelbetrag sein) und 3. sollen 20% des Reingewinnes bei allen Festen den Bezirken zufließen. Nur dann können wir eine erfolgreiche Arbeit in den Bezirken erwarten. Diese meine Anregungen werden natürlich nicht in allen Bezirken entsprechend durchgeführt werden können und müssen selbstverständlich nach den örtlichen VeiMItnissen .geändert werden. Im Prinzip aber wollen wir alle in der gleichen Weise arbeiten und intensiv. Denn wer glaubt, nur durch Organisation ohne Arbeit etwas zu erreichen, der wird bald seinen Irrtum erkennen. Organisation kann die Arbeit er/ei entern, nie ersetzen. Und darum denkt daran, daß alle auch noch so engegengesetzten Ansichten auf dem Turntag doch alle einem Ziele zustreben: der Erstarkung und Vertiefung der jüdischen Turnersc'haftsidee in Deutschland und in der ganzen Welt. Mit jüdischem Turnergruß Dr. Holzer, J. f.- u. S.-V., Breslau. Düd. Turn- und Sport-Fest am 22. August 1920. Eine Kritik in Briefform. Lieber Turnbruder! Kattowitz i. S., den 7. 9. 20. Deinen Brief habe ich erhalten und sage Dir dafür meinen Dank. Ich .bedauere es natürlich auch, daß es Dir nicht möglich war, zum Turnfest zu kommen; denn Du hättest auf jeden Fall viel sehen können, was besser, zu machen war. Uebrigens denke Dir, was mir heute passierte. Ich sitze in aller Seelenruhe im Geschäft und denke an nichts Böses, da flattert mir wieder einer jener ominösen Briefe vom Vorstand auf den Tisch. In meinem ersten Schrecken vermutete ich wieder einen Fragebogen (zwei habe ich nämlich schon bekommen), aber es ist nichts dergleichen, sogar nicht einmal ein Vorschlag zur Abhaltung von Heimabenden, man verlangt von mir. nur möglichst umgehend einen Artikel über das Turn -und Sportfest für die im Druck befindliche September-Nummer der Turnzeitung. Ich bin allerdings nicht in Stimmung dazu, denn Du weist, daß mir schön gefärbte Berichte nicht liegen, weil ich halt nur kritisieren kann. Vielleicht sind die Leutchen auch damit zufrieden. Du selbst wolltest aucn gern einen ausführlichen Bericht über das Turn- und Sportfest haben. ,c" werde Dir zunächst über das Turnfest berichten. Es sollte um 8Vs Uhr losgehen. Wenn ich Dir schreiben würde, es hat pünktlich angefangen, würdest Du mich instinktiv einen Lügner schelten. Also tue ich es lieber nicht. Die Halle in der Sybelstraße kennst Du ja. Die Geräte eignen sich ganz gut für ein Damen-Vereinsturnen, aber nie für einen Geräte-Zwölfkampf für Manner. Die Berliner meinten aber, sie wären da ganz gut eingefurnt und die einzige andere Halle, die es in Berlin noch gibt, schien Besetzt zu sein. Du schreibst, Du bist aus den ausgeschriebenen Uebuflg*« nicht ganz schlau geworden. Mir ist es ja nach mehrstündigem Studium B*~ lungen, den richtigen Sinn herauszufinden, aber in der ersten Riege bei der ich Kampfrichter am Barren, Pferd und bei den Freiübungen war, hat jeder owj Uebungen anders geturnt. Mein turnerisches Oefühl hat sich aber besonders gegen die Springerei am Pferd gesträubt, und es war jedenfalls eine Konzession an die Kanonen am Reck und Barren, die von einer vernünftigen Pferdspfeizöbung keine blasse Ahnung haben. Auch hatte ich den Eindruck, als ob ein gr^95J. Teil der Turner der ersten Riege nach monatelanger Abwesenheit so ungefa»' 3—4 Wochen vor dem Fest sich zum ersten Male wieder auf dem Turnboden hatte sehen lassen. Die Unsicherheit im Turnen bestätigt meine Behauptung-