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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 9 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
9 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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21 Wie gesagt, waren die volkstümlichen Uebungeii entscheidend für den Sieg, Beim Weitsprung war die Anlaufbahn sehr schlecht, und das Laufen der Zuschauer über die Bahn machte die Wettkämpfer nervös. Das Steinstoßen wurde mit einem 20 Pfundstein anstelle des vorgetfeschriebenen 30pfündigen ausgeführt und die Wettkampfbedingungen dementsprechend geändert. Das 100 - m - Laufen w urde am Nachmittag auf dem Sportplatz ausgetragen und zeigte noch nach den Anstrengungen des Vormittags verhältnismäßig gute Resultate. Die Abwicklung des Wetturnens zeigte viele Mängel. Oft mußten iRiegen lange Zeit warten bis ihr Gerät frei wurde. Die (Geräte waren zum größten Teil ungeeignet. Das Reck federte gar nicht; der Barren war ,zu eng und niedrig, so daß-lange Turner nicht mit gestrecktem Kniegelenk turnen konnten, das Pferd war zu kurz und der Stein hatte, wie schon erwähnt, nicht das vorgeschriebene Gewicht. Aber das sind alles verhältnismäßig kleine Mängel, die beim nächsten wetturnen leicht zu vermeiden sind. Besonderer Dank gebührt den Kampfrichtern, die ihre Aufgabe mit bewundernswerter Ruhe, Sachkenntnis und Liebenswürdigkeit ausführten. Arthur Loewenstein, B. K., Berlin. Kritik über das Sportfest gelegentlich des VIII.Turntages in Berlin, Von Curt Friedlaender, Sport - V. J. St. „Hasmonaca", Breslau. Recht ungern folge ich diesmal dem Wunsche des Redakteurs der Jüdischen Turn- und Sportzeitung, einen Bericht über das gelegentlich des 8. Turntages!? n^r'm stattgefundene Sportfest zu geben. Man hätte annehmen müssen, daß der Berliner Bar Kochba, der mehr als jeder andere Verein die Gelegenheit "at, erstklassige sportliche Veranstaltungen zu besuchen, aus ihnen zu lernen Jjnd Anregung für die Abhaltung eigener Sportfeste zu schöpfen, alles daran setzen würde, ein wirklich glänzend organisiertes Sportfest zustande zu bringen. Leider versagte sowohl die Organisation, als auch die Abwickelung des Sportfestes vollkommen, und konnte dieses Sportfest keineswegs dazu beitragen,- neue Freunde für unsere Sache zu gewinnen. Der Teutonia-Tib.-Sportplatz, auf dem die Veranstaltung vor sich ging, war recht günstig gewählt und in sehr gutem Zustande, wenn auch die Kurven (besonders in den Staffelläufen) sich als wenig zweckmäßig erhöht erwiesen. wenn man einen Blick auf das Programm wirft, so fällt einem die große Zahl von Namen auf, die im „Kampf- und Renngericht" fungieren sollten. Es hätte genügt, diese Zahl um das Fünffache zu verringern, dafür aber Sorge zu «agen, daß die mit einem Amt betrauten Tunibrüder ihre Aufgabe wirklich erfüllten und nicht — wie es auf dem Sportfest geschah — völlig uneingeweihte Leute zu Ordnern, Bahnrichtern usw. gemacht wurden, die zum großen Teile gar nicht wußten, was sie zu tun hatten. Dieser Mangel zeigte sich besonders "> den Staffelläufen, in denen ein Teil der Kurvenbeobachter überhaupt nicht f*T.Stelle war, bezw. über die Kurvenvorgaben, die 20 - m - Grenze usw. völlige Unklarheit herrsehte, so daß mehrmals nach dem Laufen Proteste einliefen, aber wegen Mangel eines Nachweises (die Bahnrichter waren meistens nicht mehr festzustellen); zurückgewiesen werden mußten. Außerdem fehlte eine wirkliche Oberleitung. Jeder wollte etw as zu sagen haben, und Iman verm,B,e. den Mann, der über dem Ganzen waltete und die Leitung seinen Händen hatte'). Darunter litt die ganze Abwickelung, die selbst die ■ *) Anmerk, d. Red. Die Herrenlosigkeit, die sich unzweifelhaft bemerkar machte, aber lange nicht in der Art, wie sie Friedlaender schildert, la« . an, daß ein großer Teil der leitenden Persönlichkeiten unglücklicherweise :IUr2H.yc'r dem Turntag verreist war, und daß die Leitung, die eigentlich üh i?anden eines Mannes hätte liegen sollen, an 3 verschiedene Personen nnj a?en wurde, und der eine nicht recht wußte, welche Aufgaben alle i Ii in ""d welche dem anderen zufielen.

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