Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 9 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 die Jüd. Turnerschaft gekommen ist. Es genügt nicht mslir dasWorl »nationaljüdisch" zu führen, es muß in die Tat umgesetzt werden. Die große Mehrheit des letzten Turntages hat dem neuen Ausschüsse den Weg gewiesen. Audi wenn man für langsame Arbeit ist, eine neue zielbewußte Arbeit muß es sein. Die bisherige Gepflogenheit des Halbschlafes und der homöopathischen Verabreichung des jüdischen Nationalismus darf nicht mehr beibehalten werden. * Die Jugend unserer Vereine sali nicht nur zu turnerischen und sportlichen Leistungen herangezogen werden, sondern sie soll auch jüdisch erfaßt werden, so "wie es bei jeder Kultur - Nation auf rjerr, Erdenrund der Fall ist, sofern sie überhaupt den Willen zeigt, eine Nation zu bleiben. Den sich hieraus ergebenden Pflichten können sich die alteren Mitglieder der Vereine ebenfalls nicht entziehen. Sie haben mancherlei Aufgaben zu erfüllen, die durchaus nationaljüdische sind, wenngleich sie sich »icht mehr ganz „umstellen" können. So notwendig „ A 11 e - H e r r e n "- Riegen sind, so wenig sind sie dazu da, alte Assimilantenknochen zu thesaurieren. Für die Leute, welche zu uns kommen «obwohl" wir nationaljüdisclh sind, mögen die Vereine ihre Propaganda sparen. Sie dürfen sie nur für die Jugendarbeit verwenden, sofern sie selbst und damit die Jüdische Turnerschaft dauernden Nutzen haben und den Platz einnehmen wollen, der ihnen im jüdischen Volke gebührt. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit steht dem Ausschusse eine sehr schwere Arbeit bevor. Ohne eitrige Mitarbeit der Vereine, vor allem «er in ihnen führenden Kräfte, kann er sie beim redlichsten Willen nicht erfüllen. Jeder Teilnehmer am Turntage möge in seinem Vereine zur Arbeit schreiten. Wir haben nicht mehr die national-jüdische Tendenz der Vergangenheit zu wahren, wir müssen endlich damit anfangen, sie in nachhaltiger Weise m die Tat umzusetzen. Es geht nicht mehr an, Thesen „einstimmig" zu genehmigen und dann gemütlich nach Hause zu fahren, wo alles hübsch beim alten bleibt. Der Gang der nationaljüdischen Bewegung, San Remo, Palästina, weist der Jüdischen Turnerschaft gebieterisch den Weg. Wenn sie ihn nicht gehen kann, so werden andere Organisationen über sie hinwegschreiten und sie wird bestenfalls ein kümmerliches Galuthgebilde sein, dessen Mitglieder je nad> Laune als sogenannte „Auch-Nationaljuden" hinein, und als waschechte Assimjlanten heraustorkeln. Hoffentlich sehen schon jetzt nicht nur der Ausschuß, sondern auch die Vereine, welche Aufgaben ihrer harren. Geht es auch langsam, vorwärts muß es jetzt gehen, zielbewußt vorwärts! SATRAP Photo-Papiere-Chemikalien-Entwickler für Sport, Natur, Wissenschaft und Kunst Uobermll orhältiloh Chemische Fabrik aal Actien {vorm. E. Scaeriof) Berlio-Charltlteabirt 46 9