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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 7/8 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
7/8 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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40 fuhrer muß ein „Mazbi", ein geistiger Führer für seine Riege sein, mit ihr Heimabende und vor allem Wanderungen veranstalten. Das letzte hat — scheint mir — Juliusburger zu wenig betont: Nicht die Wanderungen, auf denen alle Riegen, Sportabteilungen und Mannschaften zusammentreffen, sind die wertvolleren (s i e sollen hin und wieder, z. B. zum Gründungsfest, zun» Bezirks- und Turntag zum Kennenlernen gemacht werden), sondern diejenigen, auf denen der Mazbi mit seinen Leuten so sehr zusammen ist, daß er ihr Vertrauter, ihr Helfer in allen Lagen des Lebens wird. Die Wanderung wird sogar für die nationale Erziehung mehr leisten können als mancher Heimabend, wenn man sie nur richtig macht. Es gilt also frische Führer um uns zu sammeln. Haben wir diese, dann können wir an die ach so brachliegende Jugendarbeit herangehen. Wir brauchen nicht nur Turnstunden für „Knaben und Mädchen". (Ist die Halle nicht frei, gehen die Kinder in einen andern Verein.) Wir brauchen Turnriegen, die am Führer oder der Führcrin hängen. Dasselbe gilt für Jugendsport- «bteilungen, jugendliche Ruderriegen und jugendliche Fußballmannschaften. I*r ideale Fuhrer muß sportlich und geistig in gleicher Weise vorbildlich und erzieherisch wirken können. Wichtiger als sportliches Können, das dürfen wir aus der bisherigen Geschichte der Turncrschaft knien, ist aber die Oesinnung des Mazbi, der Wille etwas zu schaffen, die völlige Hingabe an die Erziehungsaufgabe, die keine Hemmungen kennt.**) Es ist (Aufgabe der Leitung des Deutschen Kreises, mit der Forderung nach solchen Führern, solange wir sie durch falsche Arbeit aus unsern eignen Reihen nicht erzogen haben, an die andern nationaljüdischen Verbände heranzugehen, in deren Reihen ja nur so "wenige „a k t i v" sind und die Majorität auf eine Aufgabe wartet, die bisher für die wenigsten gefunden ist. Freilich nicht jeder wird geeignet sein. Aber für die Uebergangszeit wird es genug Kräfte geben, wenn unsere Arbeit bei den andern als notwendig und ernst genommen wird. Wir haben eine (iruppe von Juden in unsere Arbeit bisher zu wenig hineingezogen: die Ostjuden. Von ihnen können wir unendlich viel lernen. Jeder Mazbi sollte danach streben, in seine Abteilung einige Ostjuden hineinzubekommen. Sie können ihn sehr unterstützen und das geistige Niveau bedeutend heben. Und auch wir können ihnen viel geben. Beides*tut not. Auch die Frage der O s t j n d e n wird man auf d e m Turntag besprechen müssen. — — — — (Ist Berlin auch für einen Turntag sehr gut gelegen, so wird es sich doch zeigen, daß die Entfernungen und Verpflichtungen in Berlin zu groß sind. Man wird sich weder auf dem Sportplatz noch im „Saal" genügend näher kommen. Deshalb schlage ich vor, daß die Verhandlungen außerhalb derStadt mit der Wanderung verbunden werden. Ich denke an ein zweitägiges „Camp". Man bereitet draußen zwei große Zeltlager vor, in denen die Nächte von Sonntag zu Montag und von Montag zu Dienstag zugebracht werden. Die Mädel kochen. Die Männer verhandeln. Ihr sollt mal sehen, wie schnell und gut die Beratungen vonstatten gehen. Ihr habt keine Unterbringungsschwierigkeiten. So wird es ein Tae 'der Jugend sein können.)*) - e *•) Der Mazbi wird zu gegebener Zeit Vorschläge zu machen haben, wer die Verbandsnadel bekommen soll. Er wird wissen, wer im wahrsten ein echter Bar Kochbaner geworden ist. Der schematische Vorschlag öe* Bar Kochba Berlin gefällt mir gar nicht. Er wird abgelehnt wefden müssen. . •) Diesen Vorschlag hat Marcus auf der letzten Kreis-VorstanteitzuWJ ebenfalls vorgebracht, er ist aber aus verschiedenen Gründen abgelehnt j '

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