Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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39 b) Vierköpfiger Unterschenkelstrecker, vorn am Oberschenkel, wird durch alle Bewegungen des Beinstreckens geübt; c) Großer Gesäßmuskel streckt den Oberschenkel nach hinten; d) Dreiköpfiger Wadenmuskel und vorderer Schienenmuskel wird geübt durch Zehenstand und Fußübungen. Sprechsaal, Gedanken zum Turntag. Von Dr. Joseph Marcus, J. T.-V. Bar Koch ba - Breslau. . Unsere Zeitschrift hat eine neue Rubrik eingerichtet: „Sportliche Nachrichten". Die Stellung der Rubrik als letzte des redaktionellen Teils uad als erste der Vereinsberichte zeigt, daß die Redaktion sie richtig einzuschätzen scheint. Niemand in der Jüd. Turnerschaft wird und darf glauben, daß Höchstleistungen das Ziel unserer Erziehungsarbeit sind. Sie sollen nur einen Maßstab dafür bilden, ob sportlich gut gearbeitet worden ist, so daß die f-^te mit sportlicher Veranlagung heraustreten und zeigen können, daß das jüdische Volk trotz Oettho und moderner Unterdrückung eine Jugend hat, die etwas zu leisten vermag und ihre Leistung'mit erhobener Brust als i ü d i 8 c Ii e Leistung darbietet. Die Kenntlichmachung von lebendigem, jüdischem 'Leben, 2?s seine freien Stunden mit reiner, idealer Beschäftigung weiht und Turf, Kaffeehaus und Schwüle des Tanzbodens verschmäht, ist nicht so sehr — Wle,nianche glauben — zum Erringen von Achtung unter den Nicht- e n c'urcn eigene Leistung, also zur einzig möglichen Ueberwindung des Antisemitismus notwendig, als vielmehr zur Stärkung des Selbstbewußtseins unter den Juden selbst. Durch den Wettkampf mit aen Besten der nichtjüdischen Jugend auf allen Gebieten wird die hoch- "lutige Selbsteinschätzung des Einsiedlers beseitigt, ein gesunder Ehrgeiz erweckt u"d ein Kraftgefühl erzeugt, das wir 'für die Aufgaben der kommenden Jahrzehnte in viel stärkerem Maße brauchen als es vorhanden ist. T Eine der schwierigsten Erzichungsprobleme, das uns auf dem nächsten urntag beschäftigen muß, ist das Verhältnis der körperlichen Erziehung?u.r geistigen. (Auch das Verhältnis von Turnen und Sport bedarf der Klärenden Aussprache.) Ist die Höchstleistung nicht unser Ziel, sondern die Schaffung einer Jugend, die sich mit ihrem ganzen Sein einstellt in die Erneuerungsbewegung °es jüdischen Volkes, in alle die Aufgaben, die der kommende Aufbau von ,.'e 2 Israel mit sich bringt, dann muß doch neben der sport- •chen Tätigkeit die geistige einen ganz andern Kaum 1 n dem Wocnenplan der Turn- und Sportvereine einnehmen als dies bisher der Fall war. Aber alle Thesen und Resolutionen in dieser Richtung sind sinnlos, solange wir nicht eine große Zahl von Menschen haben, die sich der Erziehungsarbeit annehmen. Ich sage die große Zahl, denn 4, 5, ja 10 Leute können ■e Arbeit nicht allein machen, soll sie 'zu Erfolgen führen. Sokhc können nur erreicht werden, wenn wir in die Turnerschaft das System i ' °lauweißführerschaft übernehmen. Solange'die zionistische Jugend im K. J. V., im B. Z. K., im H. C"), im Blau-Weiß und bei den |ud- Studentinnen-Vereinen nicht einsieht, daß in der Turnerschaft Hunderte, ja lausende von jungen Menschen auf ihre Führer warten, läßt sich g;>r n'chts machen. , Durch die Sport-V. J. St. sind wir ja einen großen Schritt vorwärts gekommen. Aber auch sie haben zu wenig MenschenmateriaL Was Juliusburger in der vorigen Nummer über Heimabende gesagt ,und da S Cu ^jl^st a,s ers'er in Breslau ein- und für seine Person durchgeführt hat, "«s scheint mir den richtigen Weg zu weisen. Jeder Vorturner bezw. Riegen- *)'Kartell Jüd. Verbindungen, Bund Zionistischer Korporationen, Herzl-Qub. v