Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6492385-5965084-5965416--750-4923533- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
30 Trainer, einen Führer für Jugendabteilungen zu gewinnen, und jede dieser Stellungen schließt ja in sich, daß der Betreffende die jüdischen Fragen beherrscht und mit der jüdischen Bewegung mitlebt. Wo die oben geschilderte Reinigung nicht durchzuführen ist, sollen die paar guten Leute im Verein ihre Zeit und Kraft nicht mehr daran setzen, die alten, erwachsenen und doch nicht mehr zu ändernden Mitglieder zur Erfüllung vereinsmeieriscfcer Tätigkeit zu bewegen. Sie sollen sich ernsthaft in allen Zweigen ausbilden lassen. Hierbei sind in einer ganz andern Weise als bisher die Einrichtungen, die außerhalb unserer Vereine bestehen, unsern Zwecken dienstbar zu machen. Es ist unklug, irgendeinen Mann, der sich etwas Kenntnisse erworben hat, zum Kursleiter zu pressen, wenn man an demselben Ort berufene Sachkenner (z. B. an der Volkshochschule) hat, die den Stoff ganz anders beherrschen. (Voraussetzung ist natürlich, soweit es sich um jüdische Dinge handelt, daß sie den Stoff mit nationalem Geist erfüllen.) In sportlicher und turnerischer Beziehung müssen unsere Leute endlich aus dem Dilettantismus heraus. Nicht Vereinsmitgheder, sondern Fachleute, Trainer sollen sie ausbilden. Wenn aus finanziellen Gründen Trainer nicht gehalten werden können, wird es doch an jedem Ort Möglichkeiten geben, sich ausbilden zu lassen (Kurse bei den Trainern, schlimmstenfalls zunächst in andern Vereinen, u. a.). Nach einem Jahr können diese Leute dann den Trainer zwar nicht ersetzen, aber ihn. unterstützen oder sogar zeitweise ablösen. Jedenfalls müssen wir fachmannisch durchgebildete Menschen bekommen. Auf diesen Leuten (wird dann die Organisierung der Turnerschaft und ihre Erweiterung ruhen, vor allem aber ihre Verjüngung. 3. Diese so Durchgebildeten organisieren alsdann die Jugendabteilungen. Ueber den Geist, in dem die Jugendabteilungen zu führen sind, hat Schonheimer in der „Turnzeitung" bereits geschrieben. Die Arbeit selbst wird weitere Erfahrung und deren Besprechung, auch in der Turnzeitung, weitere Befruchtung bringen. Ueber die technisch-organisatorische Seite der |Angelegenheit wird auf dem Turntag zu sprechen sein. Es hat wenig Sinn derartiges zu erörtern, solange noch nicht festgestellt ist, daß eine Möglichkeit der praktischen Verwirklichung vorhanden ist. Wir bitten dringend um die Meldung aus Orten außerhalb Berlins, in denen schon jetzt Turnbrüder vorhanden sind, die sich der Arbeiten in Jugendabteilungen widmen können und wollen. Auf diesem Gebiet liegt unsere wichtigste Aufgabe! Schwedische Turner und Turnerinnen in Berlin. Von Arthur Loewenstein, Bar Kochba-Berlin. Am 25. Juni fand im Marmorsaal des Berliner Zoolog. Gartens das Turnen der Schweden statt, das ursprünglich im Stadion abgehalten werden sollte, jedoch aus Rücksicht auf die unbeständigen Witterungsverhältnisse dorthin verlegt worden war. Unter den 20Ü0 Zuschauern sah man den schwedischen Gesandten, turnerische und sportliche Behörden, bekannte Turnwarte, Wertturner und Fachleute. Mit wehender schwedischer Fahne marschierten 19 Turnerinnen mit anmutiger blauer Turnkleidung, das Schwedenabzeichen auf der Brust, in den Saal. Nach einem flotten Aufmarsch zur Aufstellung in Viererreihen wurde eine Freiübungsgruppe vorgeführt, die aus Kopfbeugen, Zehenstand, tiefer Kniebeuge, Arme seitwärts aufwärts schwingen zusammengesetzt war. Hierauf turnten die Damen am schwedischen Querbaum (boom) folgende Uebungen: Brusthoch: Liegehang vorl. kammgriffs, Heben des Rumpfes und Durchbiegen des Kreuzes zur Spannbeuge, rückw. abw. und Vorschwingen der Arme mit tiefer Kniebeuge, Grundstellung. Doppelquerbaum (dubbelboom), der untere Querbaum sprunghoch, der obere 40 cm höher. Sprung zum Seit-Streckhang ristgriffs an dem unteren Querbaum, Hangeln seitw. mit Schwingen seitw. auf den oberen Querbaum, von diesem auf den