Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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27 H. Ziele. Es soll Fühlung genommen werden zum Zwecke der Vorbereitung einer Zusammenkunft der Vertreter aller bestehenden Körperpflege treibenden Verbände oder Vereine im nächsten Frühjahr •n Wien (oder wo?). a) Die Zusammenkunft soll über die Aufgaben einer Weltturnerschaft Beschluß fassen, b) sie soll den Sitz der Hauptleitung festlegen, c) sie soll eine gemeinsame Zeitung schaffen, d) sie soll Mannschaften für körperliche Arbeit in Palästina stellen (Wachtdienst.) HI. Welche Vorschläge machen die in London anwesenden Vertreter? IV. Es ist Fühlung zu nehmen mitf dem E. A. C. und festzustellen, °o das E. A. C. gewillt ist, eine Zentralstelle für Turnen und Sport •m E. A. C. zu schaffen und die Weltturnerschaft von dort aus zu unterstützen. Die Organisation der Südischen Turnerschaft und ihre fTlängeL Von Dt. Arthur Stein, Ruder-V. J. St.-Berlin. Die Turnerschaft hat im letzten Jahr einen erheblichen Aufschwung genommen, sie verfügt über einzelne gute Vereine und hat auch als Uanzes gewonnen, ein Blick in ihre Zeitung lehrt dies. Trotzdem können wir uns nicht dem Eindruck entziehen, daß diese Entwicklung auf einem toten Funkt angelangt ist und daß die Turnerschaft, die — mindestens im Verhältnis zu ihrer Zahl und der Bedeutung ihrer Aufgaben - nie eine wesentliche Kolle "> der nationaljüdischen Bewegung Deutschlands gespielt hat, ihre Stellung auch jetzt noch nicht erheblich verbessert hat. Der Ausschuß bedarf keiner Kritik auf dem Turntag oder sonstwo, um diese Stagnation festzustellen, er selbst ist sein kritischster Beobachter. - Wo liegen die Oruiide für den Stillstand? — Es liegt nahe, zunächst darauf hinzuweisen, daß im Ausschuß fast nur Leute sitzen, die auch in anderen jüdischen Organisationen arbeiten, die sich außerdem fast alle noch einem Turn- oder Sportverein Hingebungsvoll widmen und sonst noch mit vielen Aufgaben belastet sind, es 'st klar, daß Menschen, die n u r für die Turnerschaft arbeiten wurden, mehr leisten könnten, aber auch sie könnten die Turnerschaft nrdnt auT den Stand bringen, daß ein entscheidender Unterschied festzustellen wäre, abgesehen davon, daß wir solche Leute zurzeit gar nicht haben, uie Turnerschaft ist deshalb nicht so gut, wie wir wollen, vveil sie eint- Organisation darstellt, deren Einzelglieder so verschieden voneinander sind, daß die meisten nicht einmal den an sie zu stellenden Mindestanforderungen gerecht werden. Neben wenigen jüdisch und turnerisch bezw. sportlicn Suten Vereinen haben wir einige, in denen jüdisches Leben pulsiert, die aber >n körperlicher Ausbildung nichts erreichen, und andere, die sportlich aui einem anständigen Durchschnittsniveau stehen, ohne in judischer Bezienung auch nur primitiven Ansprüchen zu genügen. Nicht zu vergessen die Vereine, die in jeder Beziehung versagen. Fast alle Vereine sind mit einer Ueberzahl von lässigen, untätigen Mitgliedern bilastet. Nun liegt es mir fern, den Vereinen die Schuld ^zuschiebe«. Die Schuld liegt in einem Mangel an geeigneten Führern, zunächst aber und in erster Lipie an Gründungsfeiern. Statt zuerst nur einzelne kleine Abteilungen und Vereine zu schaffen, dort einen Stamm von ausgebildeten, zuverlässigen Leuten heranzuziehen, dann diese Einzelglieder zu einer anmahnen 7