Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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19 V. Gegenüber dem 7. Turntag vor 2 Jahren wird der diesjährige zweifellos eine starke Entwicklung finden. Aeusserlich verfugt die Turnerschaft über eine starke Organisation, und es ist ihr gelungen, den Kreis ihrer Mitglieder zu erweitern, und Turnen und Sport in den einzelnen Vereinen wieder auf eine gewisse Höhe zu bringen. Nach innen aber kann diese Entwicklung nicht als ausreichend bezeichnet werden. Sowohl in jüdischer wie auch in turn- und sporttechnischer Beziehung, hätte bei einer intensiveren Arbeit und bei einer stärkeren Konzentration weit mehr erreicht werden müssen. Der Vorstand hat es wiederholt in der Turnzeitung dargelegt, daß nach seiner Meinung beides ö&ht nur eng zusammenhängt, sondern unmittelbar in Wechselbeziehung steht. Nur in bescheidenem Maße hat die Jttd. Turnerschaft den durch die Entwicklung des Zionismus erhöhten Anforderungen und Aufgaben gerecht zu werden versucht. Nur vereinzelt ist es ihr gelungen, in der Turn- und Sportbewegung achtbare Erfolge zu erringen Der Vorstand glaubt, daß — soweit die Turnerschaft in diesen Richtungen eine Entwicklung überhaupt aufzuweisen hat, — diese der hier vertretenen Ansicht Recht gegeben hat Wo die jüdische Turnerschaft turnerische und sportliche Erfolge hatte ist auch das zionistische Leben ein intensiveres gewesen und hat auch eine stärkere jüdische Betätigung sich gezeigt. 'Der Vorstand glaubt daß er in beiden Richtungen me^ir nicht hat leisten können weil er sich in der Turnerschaft während der ganzen Zeit nur auf eine kjfeine Minderheit in der Mitarbeit stützen konnte, und weil er bereits vom vorigen Turntag nur eine solche Minderheit hinter sich hatte. Er hat im Interesse der Sache die Geschäfte bis zu diesem Turntag geführt um die Turnerschaft über den Krieg und seine Wirren hinwegzuführen! Nachdem diese Aufgabe erfüllt ist, wird er aut dem Turntag seine Aemter niederlegen, mit der Erklärung, daß kein es der bisherigen Vorstandsmitglieder eine Wiederwahl annimmt. ... Die Turnerschaft wird in der kommenden Zeit vor gewaltige Aufgaben gestellt; sie können nur erfüllt werden, wenn die Arbeit geltet ist von einem Vorstande, der das persönliche Vertrauen ,einer großen Majorität besitzt. Da die Mehrzahl der Vereine dem jetzigen Vorstand dieses Vertrauen nicht entgegengebracht hat, wie eindeutig die mangelnde Mitarbeit zeigt, so .sieht sich der Vorstand auch außerstande, für die von ihm vertretene Minderheit Nachfolger vorzuschlagen. Es wird Aufgabe der großen Vereine sein, bereite jetzt feste Personalvorschläge zu machen, um vor dem Turntag ein öiia über die künftige Zusammensetzung des Vorstandes zu bieten. Berlin, den 13. Juli 1920. Martin Exiner Herbert Hirsch Walter Katschke Heinz Lewinsohn Süßmann Muntner Ernst Simon l Ernst Simon II Dr. A/thur Stein.