Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/6492385-5965084-5965416--738-4923521- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
18 usw. zu decken. Ein Balanzieren des Etats für I 20 wurde nur durch Einziehung der rückständigen Kriegsschulden und die oben erwähnten Sonderbeiträge ermöglicht. — Genaue Zahlen, abschließend mit dem 31. VII. 20 werden wir in einer Sonderunterlage den Vereinen noch Anfang August zugehen lassen. V. Aussenarbeit: Was die Außenarbeit betrifft, so ist über unsere Versuche, mit Turnvereinen außerdeutscher Staaten Fühlung zu gewinnen laufend in der Turnzeitung berichtet worden. U. E. ist eine Initiative von Berlin aus zur Reorganisation der allweltlichen jüdischen Turnerschaft nicht erfolgversprechend. Mit * Rücksicht auf die östlichen Vereine müßte u. E. der Sitz der Jüdischen Turnerschaft in einem möglichst valutaschwachen Lande sein, etwa Oesterreich. Andererseits scheint die überaus wichtige Verbindung mit Palästina von dort aus sehr erschwert. Der Vorstand glaubte zunächst mit Rücksicht auf die Beziehungen zu Palästina und in der Hoffnung, daß die internationalem Beziehungen sich am leichtesten an der zionistischen Zentrale anknüpfen ließen, sich nach London wenden zu sollen. Aus der Antwort der Londoner zionistischen Leitung ging aber u. E. eindeutig hervor, daß England als Mittelpunkt nicht in Frage kommen kann. Die Versuche, internationale Beziehungen anzukgüpfen, wurden aber nicht aufgegeben. Der Vorstand hat sich anläßlich der Zionistischen Jahreskonferenz an einen deutschen Delegierten in London gewandt (aus den Reihen der Turnerschaft ist ein Delegierter nicht gewählt worden) und ihn beauftragt, in London mit den Vertretern der übrigen Landesverbände Fühlung zu nehmen, und sie zunächst für eine im nächsten Frühjahr geplante Zusammenkunft aller Körperpflege treibenden Verbände oder Vereine in Wien zu interessieren *). Evtl. sollen die betreffenden Herren anderweitige Vorschläge für eine solche Konferenz machen. Diese Konferenz müßte die Aufgabe haben, die Organisationen der jüdischen Weltturnerschaft wiederum festzulegen, den Sitz und die Arbeit der Leitung zu bestimmen, und eine eigene Zeitung zu schaffen. Es ist zu hoffen, daß auch die Turnerschaft unter einer internationalen Leitung ein wichtiges Glied im Aufbau Palästinas werden kann. Wien ist dafür in Aussicht genommen, nicht nur seiner zentralen Lage wegen, sondern auch, weil dort eine große Zahl jüdischer Sportvereine besteht, die unter der Leitung der Hakoah zweifellos wohl eine solche Konferenz organisieren könnten. Gleichzeitig soll intondon der Versuch gemacht werden, das gesamte Material,- besonders Adressen, der für die jüdische Turnerschaft in Frage kommenden Verbände festzustellen. Die Erfolge dieser Schritte in London müssen abgewartet werden. Der Vorstand wird sich nach dem Turntag und nach Erhalt von Nachrichten mit den Wiener Turnbrüdern in Verbindung setzen. *) Siehe den Artikel: „Zur Wiederherstellung und Erweiterung der fid. Weltturnerschaft" üi diesem Hefte.