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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 6 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
6 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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19 Für den p r a k t i s c h -1 ec h n i s<h e n Teil z. B. haben wir in unseren Reihen genügend tüchtige Mitarbeiter. Das beweist allein die Tatsache, daß im letzten Jahre die beiden führenden deutschen Fachzeitschriften, die „Deutsche Turnzeitung" und der ^Illustrierte Sport" einige unserer Aufsätze wörtlich (selbstverständlich mit Quellenangabe) abgedruckt haben. Arbeitet alle, jeder nach seinen Fähigkeiten, an der Reorganisation unseres Verbandsorgan es mit, dann wird euch die Turnzeitung' sehr bald lieben s- und lesenswerter erscheinen, als ein Teil eurer selbst! Vom praktischen Turnen und Sport. Werf und Bedeutung der Freiübungen. v<>n Dr. med. Richard Blum, 1. Vorsitzender des J. T.-V. Bar Kochba, Berlin. <> Unter der Bezeichnung „Freiübungen", die zuerst von Adolf P i e ß angewandt wurde, versteht man „Leibesübungen, die der von Geräten freie Leib während der gewöhnlichen Zustände auf der gewöhnlichen Stützfläche des festen, ebenen Bodens, sei es im Stehen oder Gehen, Hüpfen, Springen oder Laufen ausüben kann." Die Freiübungen stellen die einfachste und billigste Art der Leibesübung aar und können daher selbst in armen Gemeinden ausgeführt werden. Sie empfehlen sich als Massen Übungen auf großen freien Plätzen und verfehlen als Vorführungen bei festlichen Gelegenheiten ihre Wirkung nicht. Die (Freiübungen zeigen die Grundform des Turnens: ihre einfachen formen sind die Grundlage, auf der sich schwierigere aufbauen lassen. Viele »Jeräteübungen basieren auf den Freiübungen, deren Unzahl von Spieß erschöpfend dargestellt wurde. Als Elementarübungen müssen die Freiübungen exakt, eckig und s.t r a f f bis zur äußersten Grenze (z. B. Streckung) ausgeführt werden, da sie sonst erzieherisch zwecklos und physiologisch unwirksam sind. Durch Möglichst straffe Ausführung wird die Energie gespannt und gestärkt. Beim peräteturnen hingegen kommt es neben der natürlich erforderlichen Exaktheit der Ausführung auf anmutige, schöne Verbindung, der tinzelbewegungen an, auf Kraftersparnis und aesthetische Wirkung durch Vermeidung, von unnützen Nebenbewegungen. Die Freiübungen haben einen hohen erzieherischen Wert, da sie vom Turnleiter leicht kontrolliert werden können. Sie sind eine Schule der J-«sziplin. Sie lehren den Turner sich als Glied in ein großes Ganzes einzufügen, n rf.r n'cnt den Gesamteindruck stören will. fi. Die korrekte Ausführung der Freiübungen verlangt die Herrschaft p .-{Jen gesamten Körper, über alle Glieder. Der Turner, der regelmäßig straffe £.reiubungen treibt, fällt beim Gehen durch seine schöne Haltung und seine zielsicheren Bewegungen auf. Man lernt in den Freiübungen das Koordinier e n m e h r e r e r Bewegungen, eine Fülle der Bewegungsarten. Sie '§nen sich darum in richtiger Zusammenstellung — d. h. Berücksichtigung möglichst aller Muskelgruppen des Rumpfes und der Gliedmaßen — vorzüg- S h -U£ . uslicnen Heilgymnastik, in entsprechender Auswahl für Kräftige und cnwachliche, Gesunde und Kranke. Sie nehmen in der Heilgymnastik «inen hervorragenden Platz ein. ... In die Freiübungen kann durch Gruppenbildungen und wechsel- „vSe symmetrische Bilder Abwechslung gebracht und so das Interesse rv Turn.eifer angeregt werden. j _0,6 .Freiübungen sollen aesthetisch wirken. Bei Schauturnen hat daR HTn'e'ter aur die Zuschauer Rücksicht zu nehmen, indem er z. B. vermeidet, Wen Turner beim Rumpfbeugen den Zuschauern den Rücken zukehren. «TM t" »man vom Leichteren zum Schwierigen, vom Einfachen zum Zusammender 1t-uberSeht> dann wird sich der Erfolg nicht nur in der Schönheit Ausfuhrung, sondern auch in der Freude an ihr zeigen. U n vore

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