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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 6 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
6 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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18 Ich sehe die Gegenwart und die Arbeit, die geleistet werden muß, die schwere Arbeit. Wohl mir; wehe Ihnen, wenn Ihnen nicht rechtzeitig! die Augen aufgehen, Herr X. Y.! Hans Kuhn, Kattowitz. Nachwort der Redaktion: Wir bringen diese Erwiderung nicht etwa, weil auch wir derselben Ansicht sind, sondern weil ein jeder Turnbruder das fRecht hat, angehört zu werden, zumal ein „Hans Kuh n", von dem sicher keiner sagen kann, daß er etwa schlechte Absichten oder Wenig Leistungen aufzuweisen habe. Wir sind vielmehr der Ansicht wie Oisher, dass wir für Selbstverständlichkeiten — und das ist die Arbeit und Hilfe für unsere östlichen Brüder — nicht zu danken haben. Wir haben kein Recht, über unsere Brüder so radikal, fast hochmütig zu urteilen, wie es oben geschehen ist. Zu der Bemerkung „Ostjuden" sei erwähnt, daß hier in Berlin zwar eine besondere Ostjudenabteilung — HI. Männerabteilung besteht, die regelmäßig zweimal in der Woche turnt und jetzt ca. 70 Mitglieder zählt, daß sie aber den Namen nur darum trägt, weil sie im Zentrum Berlins gelegen, eine Anzahl in der Nä»e wohnender Ostiuden aufzuweisen hat. Es turnen aber auch zäfilreiche hiesige (Mitglieder dort, ein Unterschied zwischen Ostunö Westjuden ist kaum bemerkbar, höchstens darin, daß von den Erstgenannten eher tüchtige Turner heranwachsen als von den Zweiten. Wir glauben, daß das Letztgesagte auch für Kattowitz zutrifft und sind iaus den Erfahrungen und Leistungen überzeugt, daß auch in Kattowitz die Unterschiede nicht so krass sind, wie sie uns Kuhn geschildert hat. Zur Zeitungsfrage. Von Fritz Scherbel, Bar Kochba-Berlin. Turnbruder Rosenbaum-Breslau hat in der letzten Nummer der Turnzeitung das Problem der Vereinheitlichung der zionistischen und jungjüdischen Presse erneut zur Diskussion gestellt. „Erneut", weil erst vor einigen Wochen der Schriftleiter des „Jüdischen Willen", Dr. Gustav Krojanker, aus den gleichen Erwägungen heraus die zionistischen Jugend\fcrbände zu einer (Besprechung eingeladen hatte. Von der Jüdischen Turnerschaft nahm Turnbruder R.-A. Exiner an den Verhandlungen teil. Es ergab sich sehr bald, daß die im Interesse der großen zionistischen Einheitsidee sicherlich zu begrüßende Pressefusion sich nicht verwirklichen lasse, weil die einzelnen Jugendverbände, das K. J. V., der Blau-Weiß, die Turnerschaft und der Herzl-Club auf so verschiedenartigen geistigen Voraussetzungen und menschlichen Bindungen aufgebaut seien, daß sich eine Verschmelzung der Verbandspresse trotz des gemeinsamen Endzieles als Unmöglichkeit herausstellte. Selbst wenn man mit Rücksicht auf die augenblickliche ungeheure Teuerung im 'Zeitungsgewerbe den Versuch mit der Herausgabe einer solchen Einheitszeitschrift machen wollte, würden die einzelnen Verbände — also auch die Turnerschaft — gezwungen sein, noch besondere umfangreiche „Mitteilungen" erscheinen zu lassen und hierdurch würden sich sowohl die Arbeit als auch die Unkosten nicht verringern, sondern vielmehr erhöhen. Mit weiteren Anregungen hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung unserer Zeitung stimme ich ganz mit Turnbruder Rosenbaum überein, denn die Turjizeitung hat wirklich in den letzten Monaten leider immer mehr und mehr den Charakter einer Verbands- und Fachzeitschrift eingebüßt, möchte aber darauf aufmerksam machen, daß die Schuld hieran zweifellos die Verbandsmitglieder selbst tragen, die sich in viel zu geringem Maße an der redaktionellen Mitarbeit beteiligten und es den Redakteuren (und einigen wenigen „Auserwählten") überließen, selbst die Aufsätze zu schreiben und das1 weitere redaktionelle Material mühselig zu beschaffen. Darum ergeht an alle Verbandsmitglieder der Mahnruf: Kritisiert nicht nur, sondern arbeitet mit!

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