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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 6 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
6 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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10 nach kurzer Zeit mußten wir erkennen, daß es uns auf diese Weise niemals gelingen wird, alle Turner zu erfassen und sie mit unserer Idee vertraut zu machen. Es stellte sich der üebelstand heraus, daß immer nur dieselben erschienen, dagegen neu eingetretene Turner und Turnerinnen es vorzogen, den Heimabend nicht zu besuchen. Seitdem wir tatkräftig die Regeneration unseres Bar Kochba in die Hand genommen haben, ist uns nun eine ziemliche Anzahl neuer Mitglieder zugeströmt, die früher völlig indifferent zum Judentum standen. (Nebenbei sei erwähnt, daß wir von diesem Zeitpunkt an einen'Zustrom von ca. 200 neuen Mitgliedern zu verzeichnen haben.) Es entstand nun das Problem, wie wir alle die Neuen an 'die Turnidee fesseln konnten. Wir kamen zu folgendem Ergebnis: Die Heimabende werden riegenweise veranstaltet. Ist nun beispielsweise für die erste Riege ein Heimabend vorgesehen, so kann man mit Sicherheit darauf rechnen, daß aus einem Gefühl der Riegen-Solidarität heraus die Riege vollzählig erscheint. Der neu eingetretene Turnbruder ist inzwischen mit einigen Leuten aus der Riege, der er zugeteilt ist, bekannt geworden, und es ist nun eine Kleinigkeit, ihn zum Besuch eines Heimabends zu veranlassen. Es hat sich auch in der Praxis gezeigt, daß, seitdem dieses System in Anwendung gebracht worden ist, die Heimabende wesentlich besser besucht waren als vorher, ja'man kann sagen, daß die Riegen fast vollzählig erschienen. Den Heimabend leitet der Vorturner, vorausgesetzt, daß er, dazu imstande ist. Das ist ja schließlich der ideale Zustand, den wir erstreben, daß der Vorturner nicht nur Führer in turnerischer Hinsicht, sondern „ein Mazbi"* überhaupt im wahrsten Sinne des Wortes ist. Hat nun eine Riege keinen solchen Vorturner, der alles dies in seiner Person vereinig*, was man von einem Mazbi verlangen kann, so ist es Aufgabe des Tendenzwarts, den Heimabend zu leiten. Wie verläuft nun ein solcher Heimabend? Was tun wir mit unseren Mitgliedern, um sie in dem vorher angedeuteten Sinne zu beeinflußen? Darauf sei folgendes geantwortet. Der Heimabend zerfällt gewissermaßen in vier Teile. An die Reihenfolge sei man natürlich nicht gebunden, sondern verfahre da nach Belieben. Es wird sich vielleicht empfehlen, an erster Stelle über Turntechnisches zu diskutieren. Der erste Teil enthält ein Referat, Korreferat und P»s' kussion. Das Referat übernimmt ein Turnbruder bzw. eine Turnschwester aus der Riege. Auch das Korreferat wird von einem Turner gehalten. Ich stelle mir das ungefähr folgendermaßen vor: Es wird rein geschichtlich über Bar Kochba referiert. Das Korreferat schildert, was Bar Kochba für uns ist und sein soll, also sagen w£ kurz, die geistige Auffassung von Bar Kochba. Man könnte aucn im Anschluß an einen Artikel in der jüdischen Turn- und Sportzeitung oder der jüdischen Rundschau, über den Nationalfonds usw. uswreferieren. Die Diskussion ist selbstverständlich allgemein. Die WaW der Referate bleibt den einzelnen überlassen, doch steht es dem Leiter * eine Säule, zu gut Deutsch eine „Kanone" (Die Redaktion).

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