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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 6 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
6 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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7 kämpfen, ist die nationale Forderung ein Bestandteil des politischen Programms, zunächst der demokratischen Parteien, geworden. Von diesen übernahmen es dann auch die anderen Parteien, als sie die suggestive Kraft des nationalen Gedankens bemerkten. Und damit beginnt denn der Mißbrauch des Wortes und die Ausnutzung für einseitig-parteipolitische Zwecke. Hier soll einiges Grundsätzliche über das Wesen des Nationalismus gesagt werden. Die Ausführungen sollen als Anregung dienen, einmal unabhängig von den Tagesmeinungen darüber nachzudenken. Was ist Nationalismus? Nationalismus ist das Gefühl £ -m.verstärktem Maße das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit einer Menschengruppe ohne Rücksicht a u f staatliche Zugehörigkeit. Aus diesem Gefühl, das UmPf in jedem Volke schlummert und nur geweckt wird, sobald es mit einem fremden Volkstum in Berührung kommt, entspringt ann der Wille des Einzelnen zur Sammlung und Einheit. r schweißt erst die Menschen zu einer Nation zusammen und gibt "Stolz und Selbstbewußtsein auf die eigene Art. Natürlich wird der Wille zur Zusammengehörigkeit nicht in Jedem beliebigen Menschen entstehen können. Dafür müssen auch lih ,? je k t i v e Grundlagen, nämlich gemeinsame eigentümcne Kulturelemente vorhanden sein. Hierzu gehören: ein langes Zummenleben unter gleichen Bedingungen, ein Zusammenwachsen 'sehen Land und Leuten, die gleiche Sprache, vor allem aber eine y memsatne Geschichte, wodurch die Menschen zu einer SchicksalsdaR *Ur£emeinschaft werden. Was als Kennzeichen dafür dient, seh' so'cne Kulturgemeinschaft wirklich hergestellt ist, ist vernieden. Zweierlei sticht besonders hervor: einmal die gemeinsame I?n der Gottesverehrung, die Religion, und zweitens die Herter h "g eines best»mmten Nationaltypus und Nationalcharakk s> dessen Erhaltung und Weiterentwicklung zum Menschheitsideal Wf^H ers*rebt wird. Die genannten Kulturelemente brauchen und au h^AaUC'1 n'cn* J e d e r Nation vorhanden sein. Darum hat We ^"enre> daß von einer Nation nur gesprochen werden kann, sit ni»i u ^enscnen eine gleiche Sprache oder einen gleichen Wohnv z. na°en, Schiffbruch erlitten und mehr und mehr ihre Anhänger e"oren. Der Wille ist eben das Element, das erst Nationen bildend ist. zu h* ^'nwand so vieler, das entscheidende Moment in dem Willen Dnsv ' würc*e gerechtfertigt sein, wenn dieser Wille sich nicht auch positiv äußern würde. Das tut er aber: Es ist dies das Streben der "ou einen Nationalstaat zu bilden, also nach außen ebenfalls eine her n'* ZU sein" ^n Stelle euies Zugehören m ü s s e n s von oben ja s.01' das Zusammengehören wollen von unten her als Grundkultu nCS ^*aa*es dienen. Die einzelnen Völker verlangen nicht nur I!es .sondern auch politisches Selbstbestimmungsrecht, gan h am Schluß. Absichtlich habe ich meine Ausführungen z abstrakt, ohne konkrete Beispiele anzuführen, gehalten, um jedem

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