Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 5 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Die überaus schwierige individuelle Beeinflussung sowie die enge Gruppierung um einen Aelteren läßt sich aber nur dadurch erreichen, daß das Tätigkeitsgebiet des Führers nicht allzu groß gezogen ist. Ich glaube, es gibt keinen Menschen, der diesen Anforderungen einem Kreise gegenüber nachkommen ,kann, der mehr als 15 bis 20 Mitglieder umfaßt. Es sind dies 'Erfahrungstatsachen, die sich nicht beweisen lassen, die aber ein jeder, der sich einer solchen Aufgabe unterzieht, sehr bald empfinden wird. Es besteht also die Notwendigkeit, sobald der Bund durch allzu häufige Neuaufnahmen sich sehr vermehrt, die Organisation in einzelne Gruppen oder Z üge e i n z u t e i 1 e n , deren völlige Leitung dann je ein Führer erhält; denn mit der Größe des Kreises werden auch die Beziehungen zwischen den Mitgliedern immer mehr verwaschen. Schwierig wird sich nur dann die Einteilung der Jungen in die Züge erweisen, wenn sie durch langdauerndes Zusammensein schon etwas1 aufeinander eingestellt und so weit sind, daß sie Freundschaften untereinander abgeschlossen haben. Es ist sogar notwendig, in Sachen der Organisation etwas rigoros vorzugehen, unbedingt erforderlich, wenn gerade in dem Punkte des freundschaftlichen Zusammenschlusses der Jungen eine erhöhte Feinfühligkeit 'desr Führers nötig ist. In diesem Punkte läßt sich durch ungeschicktes Eingreifen mehr zerstören, als was durch zähe und energische Organisationsarbeit in langer Zeit wieder gut zu machen ist. Es ist in diesem Aufsatze leider nicht der Platz über das ebenso interessante wie schwierige Phänomen der Jugendfreundschaft Näheres zu schreiben. Nur eines muß dem Führer klar sein, daß sie der wichtigste Stützpunkt einer jeden guten Jugendorganisation ist. Die Einteilung in die einzelnen Züge ist im Gegensatz zu den Wandervogelorganisationen bei uns in Sport- und Turnvereinen am besten nach dem Gesichtspunkte der Altersklassen vorzunehmen. Während es dort üblich »St> Züge zu bilden, in denen 11— 18 jährige (zusammengefaßt werden, ist dies bei uns schon allein in sportlicher Beziehung nicht möglich. Ueber das Prinzip der 'Zusammenfassung von Jüngeren und Aelteren läßt sich ebenso streiten, wie über die Koedukation der beiden Geschlechter in einer Gruppe. Die Gewohnheit, einen älteren Jungen für das geistige Wohl der Jüngeren sorgen zu lassen, ist schon deshalb verhängnisvoll, weil man dabei allzu leicht den Bock Zinn Gärtner macht, indem man eine Erziehungsarbeit einem Menschen überträgt, der ihrer selbst dringend bedarf. Aber abgesehen von sportlichen und erzieherischen Gesichtspunkten ergibt sich die Schwierigkeit, daß bei der Behandlung mancher Probleme die Anwesenheit von Jüngeren sehr störend wirkt. iDie Folge davon ist, daß sich die Kleinen dann meistens als überflüssiges Anhängsel fühlen. (Fortsetzung folgt.J_ Photo Apparate ~ *"kaMf reichhaltige Auswahl in jeder H^^L (HL Stets Gelegenheitskäufe. SamtlicherrphTto.Bed.rf PSfffHS/.Wif Alle Arbelten sauber, preiswert ■§^■■■0 fr^r,chSt.r;E K'1\S / und schnell. HÜV^HBHflf Leipz' str- 10~1Z>E- Friedrlchstr. ' BHI^B^^^JCä Rosenthaler Strasse 45, Nähe PpISfnenglMaer QfflMnk Hackescher Markt zu Original-Fabrikpreisen. Joachimsthaler Str.44, Bhf. Z.O- 1 Verlangen Sie bitte unser Angebot. —