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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 5 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
5 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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13 J ü| d i s c h e, sondern weit darüber hinaus auch alles das miteinbezog, was diesbezüglich von einer gewissen Bedeutung für die Entwicklung eines Heranwachsenden ist. Hierin hat er sich von der deutschen Jugendbewegung das Prinzip zunutze gemacht. Dieses hat sich in allen Jugendbünden als das Erfolgreichste, ja ich glaube, als das einzig mögliche gezeigt. Die enge Gruppierung um einen Aelteren, der mit einem gewissen Geschick, und vielleicht mit einer angeborenen Fähigkeit, eine Gruppe von Jüngeren um s»ch schart, ist, so weit ich hier von „Organisation" reden darf, die hervorragendste Form eines Jugendbundes. Sie allein birgt die Möglichkeit der individuellen Beeinflussung des Jüngeren und das langsame Hineindrängen in den großen Gedanken unserer zionistischen Forderungen in sich. Der 'Führer ist das alle umspannende, starke Bindeglied. Seine Tätigkeit erstreckt sich nicht nur darauf, die Veranstaltungen zu leiten und auf Wanderungen zu führen, sondern er muß inoffiziell seine ganze freie Zeit „seinen Jungen" widmen. Der junge Jude von 14 Jahren trägt sich meistens schon m't schweren Fragen, und seine Ideologie liegt häufig nicht viel tiefer als le des deutschen Durchschnittsstudenten; nur mit dem Unterschiede, daß unsere Jungen oft schwerer zu behandeln sind. Der ideale Führer wird ßenau mit der geistigen und seelischen Verfassung jedes einzelnen seiner Abeilung vertraut sein, ja er wird ihnen gegenüber eine solche Stellung einnehmen, daß er ganz unbewußt in ihre vielleicht tiefsten Geheimnisse einringt und die Fäden einer jeden Entwicklung in der Hand hält. Diese gäbe, näher zu erläutern und zu erklären geradezu unmöglich ist, a sie verstandesmäßig nicht zu begreifen, sondern gefühlsmäßig erfaßt sein WlU, ist die schwierigste, die an einen Führer überhaupt gestellt werden kann. ,e ist aber das A und O der Erziehung überhaupt. In unseren Jugend- Sruppen .muß .den Jungen gerade, das gegeben werden, was ihnen im ernhause selbst am bücherbeladenen Schreibtisch immer fehlen wird. Die Auswahl der Führer ist daher überaus schwierig. Hierfür lassen Ic keine Grundsätze aufstellen. Nur einige Vorbedingungen müssen erfüllt «in: >Der Betreffende muß selbst den Willen zu seiner Tätigkeit verspüren. r muß das Gefühl haben, in einer Gemeinschaft von 7üngeren so au^" en zu können, wie er es im Kreise von Gleichaltrigen gekonnt hat. r darf nicht abkommandiert werden in der Art, wie Organisationen ihre sich ZU irgende'ner andeten zionistischen Arbeit entsenden. Er darf, um in d S6!ner Aufgäbe völlig widmen zu können, zu keiner Erziehungsarbeit die V a n e r e n Organisationen herangezogen werden. Ueberhaupt sollten -»"g^dführer, die schon beruflich beschäftigt sind, möglichst von allen 2i "en zi°nistischen. Arbeiten befreit werden. Vor allem aber muß seine nistische Ausbildung einen gewissen Abschluß gefunden haben; er muß g eich mit der sportlichen auch die geistige Erziehung völlig übernehmen ko"6" 'n einer Jugendgemeinschaft darf geistige und jjejJP Rr'' cb e Führung nicht getrennt sein* schon deshalb, weil s * °egnffe völlig Ineinander übergehen. Es ist geradezu unsinnig, den leitr Betrieb und etwa Heimabende von zwei verschiedenen Leuten Sc>en zu lassen. Dadurch wird die Einheitlichkeit der Erziehung auf das B tWe!"stc. in Frage gestellt, dadurch würde das Zusammenleben bei jedem nebe in einem anderen Lichte erscheinen. 5

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