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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 5 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
5 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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12 beeinflussen werden. Und mir scheint, es ist hohe Zeit, gegen die Kulturverderber und Geschäftemacher eine gewappnete Jugend sich erheben zu sehen. Unsere Jugendarbeit. Von Rudolf Schönheimer, Jüdischer Ruderklub „Ivria" und Ruder-V. J. St., Berlin. Jugendarbeit ist mehr oder weniger die Förderung aller Bewegungen. Sie ist im Bezug auf ihr Gelingen ein sicheres Zeichen der Lebensfähigkeit der Bewegung überhaupt. Sie bedarf eines streng umrissenen Gedankens, fern von aller Halbheit; und ein jeder Kompromiß der Anschauungen ist hier früher oder später mit einem sicheren Absterben ihrer Schwungkraft verbunden. So ist denn auch gerade in der zionistischen Bewegung das Empfinden für Jugendarbeit immer wach gewesen, vielfach aber durch ungeschickte Führer leider nicht richtig zur Entwicklung gekommen. Allen voran hat die Turnerschaft in diesem wichtigen Teile ihres Programms, trotz der 'Bemühungen ihrer Leiter noch vielfach versagt. Wir sind auf diesem Gebiet noch Anfänger und haben noch keine rechte Erfahrung. Denn wenn auch einzelne Vereine schon seit längerer Zeit Schülerabteilungen besitzen, so wurde hier doch vor allen Dingen nur das Turnen und der Sport als wesentlicher Bestandteil und als Parole der Jugendarbeit angesehen. „Wir Juden müssen ein starkes Volk sein", erschöpfte meistens schon Programm und Arbeit. Es braucht an dieser Stelle nicht besonders hervorgehoben zu werden, daß wir in unseren Jugendorganisationen vor allem die Erziehung in allerweitestem Sinne, ja noch weit über alles Jüdische hinaus, leisten müssen, daß wir die Jungen so völlig in die Abteilungen einstellen müssen, daß ihr Gedankengang und ihr ganzes Leben in diesem Alter vor allem von der Mitgliedschaft zu den einzelnen Organisationen bestimmt wird. l.n diesem Programm ist der Sport und das Turnen mur ein Mittel, für die Jugend vielleicht das beste; doch ohne diesen Gesichtspunkt ist unsere ganze mühevolle Arbeit nur eine klägliche Stümperei. In der Gründung und Leitung von Jugendabteilungen haben wir bisher nur die sErfahrungen der Männervereine zur Geltung gebracht, allein deswegen, weil wir auf dem Gebiete der Jugendabteilungen keine hatten. Leider sind wir aber auch an den jahrelangen Erfahrungen der anderen Jugendorganisationen, vor allem denen des „B 1 a u - W e i ß", achtlos vorübergegangen. Wenn wir auch seine Erziehung nicht in allen Punkten für richtig halten, so müssen wir doch am „B1 a u - W e i ß" unbedingt anerkennen, daß er die Erziehung seiner Mitglieder völlig in den Händen hat, ja, so weit, daß der'„Blau-Weiß" einen Typus in unserer ganzen Bewegung darstellt. Die Jungens sind nicht Blau-Weiße „nebenbei", sondern fühlen überall, in jeder Lebenslage, ihre Mitgliedschaft zu diesem Bunde als einen ganz wesentlichen Faktor ihres Daseins. Das konnte nur dadurch erreicht werden, daß den Jungens mehr geboten wurde als ein gemütliches sonntägliches Wandern, so wie es vielfach auch an Schulen betrieben wird, sondern dadurch, daß der Blau-Weiß in sein Erziehungsprogramm nicht nur das /

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