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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 5 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
5 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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7 Das Wort von San Remo ist das Signal, das uns an den Start dös edlen Wettstreits im Aufbau der jüdischen Heimstätte ruft: „unsere Bahn ist frei!" Es mag, besonders im Gemüt unserer Jüngeren, der Gedanke auftauchen, daß jetzt eigentlich alle Arbeit, die wir, die jüdische Turnerschaft, zu leisten haben, hinfällig und nichtig geworden ist. Welche Bedeutung — so mögen sie fragen — kann für uns noch ein jüdisches Turnwesen im Galuth haben, wenn die Tore Erez Israels offen sind und der Schwerpunkt des jüdischen Lebens dort sein wird? Solche Frage' liegt nahe und ist gefühlsmäßig durchaus zu verstehen. Aber gerade weil dem so ist, glauben wir verpflichtet zu sein, mit allem Ernst und allem Nachdruck darzutun, daß die jüdische Turnerschaft auch außerhalb Erez Israels heute mehr als je eine Not-" wendigkeit ist und daß sie im allgemeinen Aufbauplan ihre ganz bestimmte und nur von ihr zu erfüllende Holle spielt. Wir brauchen es niemandem in unseren Reihen erst zu sagen, daß der Beschluß von San Remo den Juden nicht etwa ihr Land schenkt. Man kann es uns nicht schenken und wir wollen nichts geschenkt haben. „Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!" Wir werden fortan nicht mehr gehindert sein, dies Goethewort wahr zu machen. Das ist alles, was San Remo uns gibt. Unendlich viel oder unendlich wenig, — die Entscheidung darüber liegt bei uns. Von dem Ernst, der Kraft, der Leidenschaft, der Opferfreudigkeit, mit denen wir an den Aufbau der jüdischen Heimstätte herangehen wird es abhängen, ob spätere Geschlechter von diesem Tage an die Wiedergeburt des jüdischen Volkes datieren oder an ihm nur eine versäumte, eine nie wiederkehrend«} 'Gelegenheit verzeichnen werden. Man erwirbt ein Land nicht, wie vielleicht die Germanen den Süden Europas einmal erworben haben, indem man in großen, ungeregelten 'Haufen hineinzieht, sich mit staunenden Blicken umsieht und im übrigen alles dem guten Glück überläßt Die Augen der ganzen Welt sehen auf uns. Millionen unserer Brüder erwarten von den Möglichkeiten der baldigen un3 massenweisen: Einwanderung In Erez Israel die Befreiung aus dejr Hölle des Ostens., Wir wissen, daß alle die zahlreichen Probleme nicht im Handumdrehen zu lösen sein werden, wir wissen vor allem, daß wir mehr als je Menschen brauchen werden, die den Begriff der Disziplin kennen und deren «roßes Maß an Selbstbeherrschung sie beiähigt, in kleinen oder großen Dingen Führerdienste zu tun. s

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