Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 5 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 sich als Aufgabe gestellt hat, nicht mangeln werden. Und hier gilt es, unserer Toten zu gedenken, derer, welche die Erde unseres Landes deckt und die die Stunde nicht mehr erleben durften, welche die Krönung ihres Daseins gewesen wäre. Wir denken besonders an die noch frischen Gräber der Heldinnen und Helden von T e 11 - C h a j, die gleichsam im vorausgeworfenen Schatten der großen Stunde dahingegangen sind. Und wie wir ihrer gedenken, sp gedenken wir all der zahllosen andern, die im Dienste unserer Sache im Qaluth gestorben sind, und über das Grab hinaus empfinden wir die unlösliche Gemeinschaft mit ihnen. Wir_ drücken in Gedanken jenen wenigen und in ihrer großen Verantwortung so einsamen Männern die Hand, die in den letzten entscheidenden Jahren, unter so außergewöhnlichen und schwierigen Verhältnissen die Sache des jüdischen Volkes auf dem Boden der Politik geführt haben und für die der Tag von San Remo die volle und reife Frucht ihres Mühens bedeutet. Wir sind stolz auf sie! Das Bewußtsein, von ihnen geführt worden zu sein, läßt uns mit aller Zuversicht hoffen, daß es uns auch an jenen nicht mangete wird, deren wir bedürfen, um der mannigfaltigen und schwierigen Probleme Herr zu werden, die sich im Augenblick auftürmen, wo wir den Fuß in das Land setzen. Und wenn wir ihrer aller gedacht haben, der Toten und de* Lebenden, der Männer von Namen und der Namenlosen, dann möge vor unserm geistigen Auge emporsteigen das Bild jenes einzigen Mannes, dessen prophetischer Geist und dessen glühender Wille uns auf den Weg gezwungen, und das Ziel gewiesen hat: Theodor HerzI! Er ist es, der unsichtbar uns voranzieht, sein Oeist und sei« Wort mögen mit uns sein. ■ Wenn wir angesichts der Nachricht aus San Remo im Empfinden der ganzen Bedeutsamkeit dieser geschichtlichen Tatsache einen Augenblick uns ganz dem Feierlichen hingeben, so ist das wohl zu verstehen. Aber laßt diesen Augenblick der Ruhe jener Pause konzentriertester Sammlung aller Kräfte gleichen, die wir aus unserm turnerischen und sportlichen Leben kennen, wenn es gilt, in einen hart umstrittenen Wettkampf einzutreten. Die Zeit der Ruhe, das ist die Epoche, die hinter uns liegt, jene Monate der' erzwungenen Tatenlosigkeit, als wir gleichsam das Land schon vor uns liegen sahen, und doch des Befehls zum Einzug über Gebühr lange harren mußten-