Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 4 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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11 geliebten Führerin werden. Mit wieviel Fragen und Bitten, die oft weit abliegen von pädagogischem Gebiet, kommen nicht die Mütter zur Qaneneth, zu der sie Vertrauen haben. — Wenn ich die rem menschlich-soziale Tätigkeit der Ganeneth hier an erste Stelle setze, so will ich nicht damit sagen, dass ihre pädagogische Wirksamkeit weniger wichtig sei. Aber dies versteht sich von selbst: Verständnis der kindlichen Seele und ihrer Anforderungen, Pflichtgefühl und Verantwortlichkeit für ihr hohes Amt muss die ganze Tätigkeit der Ganeneth durchstrahlen. Noch weniger wie in andern Ländern soll sie ihre Wirksamkeit nur als „Beruf" auffassen; er muss ihr Lebenszweck sein. Die Ganeneth in Erez-Israel gibt ihren Als Kindergärtnerin in Palästina. Zöglingen unendlich viel mehr, als ihre Kollegin im Ausland den Kindern geben kann. Sie vermittelt vorerst die Sprache denn mehr als die Hälfte der Kleinen kommen vorläufig noch ohne Kenntnis des Hebräischen in die Ganim (Kindergärten). Sie gewohnt die Kleinen an Reinlichkeit, bringt ihnen die Grundregeln der Hygiene bei: dass es schädlich sei, mit blossem Kopfe in der Sonne zu laufen dass das rohe Obst vor dem Essen zu waschen sei, dass die schmutzigen Händchen nicht die Augen berühren sollen u«d dergl. mehr. Die Ganeneth hat ein unendlich reiches Material vor sich, denn unsere palästinensischen Kleinen sind viel interessanter als die Zöglinge irgendeines europäischen Kindergartens. Die Beschäftigung mit den oft unglaublich geweckten und entwicklungsfähigen, meist auch sehr hübschen Jungen und Madchen ist tur jeden Pädagogen eine Quelle des reinsten Vergnügens. Die Ganeneth muss