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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 4 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
4 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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10 Der Beruf der Kindergärtnerin in Erez-Israel. Von Dina Clemence Mayer (Jerusalem). Fast ein Jahrzehnt ist es her, dass ich aus meiner damals neu und schwer errungenen zionistischen Ueberzeugung die einzig mögliche Konsequenz zog: nach Palästina zu gehen um dort, im Lande unserer Vergangenheit und Zukunft, der Gegenwart zu leben, mit dem Volk und für das Voljk/ als eih winziger Bruchteil des Organismus, der das nationale Aufleben unseres jüdischen Gemeinwesens erstrebte. Da erstand vor mir diejenige Frage, Hie heute für unzählige junge Menschen zu einer brennenden geworden ist: Auf welche Weise kann ich meine Kräfte unserem Lande am besten nutzbar machen? Auf meine Anfrage erhielt ich von massgebenden erzieherischen und organisatorischen Kräften in Palästina die Antwort, dass das Land tüchtig ausgebildete-Kin dergärtn erinnen brauche, da gerade auf dem Gebiete der Erziehung und Fürsorge für das frühe Kihdesalter noch sehr viel zu leisten sei'. Obgleich ich eine abgeschlossene wissenschaftliche Ausbildung hinter mir hatte, trat ich sofort in ein Seminar für Kindergärtnerinnen ein. Es war dies sozusagen ein „Rückschritt", der mir nicht ganz leicht fiel. Doch mit umso grösserer Genugtuung hielt ich endlich den Befähigungsnachweis als „Leiterin eines Volkskindergartens" »n Händen. War er doch der Zauberschlüssel, der mir die Pforten von Erez-Israel öffnen sollte. Wenn trotzdem noch zwei Jahre darüber hingingen, bis ich das Land unsrer Sehnsucht betreten und mit def Arbeit beginnen konnte, so lag es daran; (dass mir die zweäte Hauptbedmgung einer erfolgreichen Arbeit in Palästina damals noch fehlte: dieKenntnisderhebräischcn Sprache. Erst mit ihr konnte das Ziel erreicht werden. Diese kleine persönliche Reminiszenz führt uns direkt zum Kernpunkt des Themas: Vorbedingung des Berufes einer Kindergärtnerin (Ganeneth) in Erez-Israel ist: Gründliche Fachausbildung und gründliche Beherrschung der hebräischen Sprache. Sind diese zwei Faktoren vorhanden und hat die Kindergärtnerin die erforderliche Liebe zu ihrem Beruf, so kann eine junge Zionistin keine beglückender« Tätigkeit finden als die einer Ganeneth in Erez-Israel. Die Kindergärtnerin hat wohl in jedem Lande soziale Arbeit zu leisten, aber nirgends in so hohem Masse wie in Palästina. Nirgends auch ist ihr Einfluss auf ihre Zöglinge und weiter hinaus auf ganze Familien und Bezirke so gross wie bei uns. In vielen Fällen kommt die Ganeneth in Berührung mit einer Bevölkerung, die arm, unselbständig, schmutzig und sehr fern von Kultur und Hygiene ist. Mit liebevollem und taktvollem Eingehen in das Leiben der Familie"* ihrer Zöglinge, mit Ratschlägen, Vorbild und tätiger Anteilnahme kann;;k' in ihrem kleinen Kreis zur Kulturträgerin, zur geachteten und

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