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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 4 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
4 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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9 Simons Vorbild fand Nachahmung. Der durch ihn ms Leben gerufene Bodenkulturverein griff ein und unterstutzte Simon in seinen Bestrebungen. Durch den Zionismus wurden viele, die der Frage früher kein Interesse zugewandt hatten darauf aufmerksam, und es wandten sich nach und nach den Bestrebungen Kreise zu, die früher nicht dafür zu haben waren. Heute sind bereits mehrfach Institute •ns Leben gerufen die sich mit der Ausbildung der Jugend zu produktiver Tätigkeit befassen und, soweit mir bekannt, schweben noch verschiedene Projekte, die das gleiche Ziel verfolgen. Nicht unerwähnt sollen bleiben die Bestrebungen des Zentralverems und der Berliner Logen und vor allem des Jüdischen Arbeitsamtes für Berufsberatung*) dann die vielen jüdischen Turn- und Sportvereine, die sich die Hebung der körperlichen Tüchtigkeit der Juden zum Ziel gesetzt haben. Aber all das genügt noch nicht. Vor allem müssen wir bestrebt sein, den Eltern unserer Kinder den Gedanken einzuhämmern dass die körperliche Arbeit für unsere Jugend durchaus wünschenswert ist, denn bald wird man sich unter den heutigen Verhältnissen davon überzeugen müssen, dass die Kopfarbeiter weder in sozialer noch in materieller Beziehung über die körperlich schaffenden zu stellen sind. Bald werden unsere Eltern einsehen müssen, dass der akademische Beruf nicht der einzige Gluck vermissende ist Bisher waren ja Medizin und Jura die beliebtesten Berufe unserer jüdischen Jugend; aber diese sind auf lange Zeit hinaus so überfüllt dass schon die Ministerien sich genötigt sehen, Warnrufe ergehen zu lassen. Das gute Handwerk, das Kunsthand- Werk, ist in der Lage, grosse Mengen tüchtig geschulter Leute aufzunehmen, ebenso der Gartenbau. Wie bekannt, wanderten schon 111 Friedenszeiten ca. 200 Millionen jährlich für landwirtschaftliche und gärtnerische Erzeugnisse ins Ausland. Bei rationeller Ausnutzung des Grund und Bodens in Deutschland können aber die Bedürfnisse gut im Lande selbst befriedigt werden. Unserer jüdischen Jugend steht auch hier ein reiches. Betätigungsfeld offen. Möge es uns Allen, die wir es mit der jüdischen Jugend gut meinen, im Laufe der Jahre gelingen, die jüdischen Eltern und Kinder v°n der Notwendigkeit und Zweckmässigkeit der Berufsumschichtiing zu überzeugen. Wir werden dann wieder ein gesundes und Johes Geschlecht erziehen, zum Segen für den Einzelnen wie für dle jüdische Gesamtheit. *) Siehe die Rubrik „Aus andern Organisationen" in^ dg^^Jj™ mer' «stPflichtjedesNationaljuden

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