Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 4 (1920) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
4 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/6492385-5965084-5965412--611-4923397
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

8 wir, den Instituten, die durch den Mangel an geeigneten Lehrkräften in ihrer Entwicklung gehemmt sind, erfolgreiche Dienste zu leisten- Als Simon im Jahre 1905 starb, konnte er sich noch über die glückliche Entwicklung seines Lebenswerkes freuen. Mit Simons Tode war aber seine grosse Bedeutung für die Berufsumschichtung keineswegs erledigt. Dieser Mann, der wie selten jemand mit zäher Ausdauer, Tatkraft, Umsicht und weiser Voraussicht seine Ideen, verfolgte, wirkt nach < wie vor segenbringend in dieser wichtigen Frage. Er hinterliess ein grosses Vermögen, aus dem nach seinen testamentarischen Bestimmungen die Alexander und Fanny Simon'sche Stiftung entstand, die nach seinem Testament in der Hauptsache die Aufgabe hat, jegliches produktives Schaffen, sei es auf dem Gebiet von Gartenbau, Landwirtschaft oder Handwerk zu fördern. Die Stiftung schuf bald, nachdem sie ins Leben getreten war, zwei Institute. Das eine zur Ausbildung von jungen Leuten in der Landwirtschaft. Eine Reihe tüchtiger, gut ausgebildeter Landwirte ist aus diesem Institut hervorgegangen, das später leider aus den verschiedensten Gründen aufgelöst werden musste. Die Stiftung hat es sich, obgleich dieses Lehrgut nicht mehr besteht, weiter zur Aufgabe gemacht, gut empfohlene, körperlich und geistig gut entwickelte junge Leute bei Landwirten unterzubringen, um ihnen die Ausbildung zu ermöglichen.! So wünschenswert es auch ist, gute, kleinbäuerliche Existenzen, in möglichst grosser Zahl zu haben, so unmöglich scheint es mir, dieses Ziel heute in der Landwirtschaft in Deutschland zu erreichen. Ich sage ja nur etwas Bekanntes, wenn ich betone, dass infolge des augenblicklich scharfen Antisemitismus und der schwieg rigen Wirtschaftsverhältnisse weder bei jüdischen Besitzern noch bei christlichen eine Lehrstelle zu haben ist.- Ausserdem ist der landwirtschaftliche Beruf durch die zahlreichen ehemaligen Offiziere usw. uberfüllt, ferner ist es heute in den seltensten Fällen möglich, Land zu erwerben, und zudem sind die Kosten für leibendes und totes Inventar fast unerschwinglich. Das zweite, von der Stiftung geschaffene Institut ist die Lehranstalt in Peine, die auf einem vom Staate für billiges Oetö zur Verfügung gestellten Grundstücke errichtet ist. Ausgehend von dem Gedanken, dass eine starke Bewegung in der Berufsumschichtung bei der jüdischen Jugend nur vor sich gehen kann, wenn die Jugend schon frühzeitig angeregt wird, mussten in erster Rei"e die Jugendbildner für die Frage gewonnen werden, damit die Lehrer in der Lage sind, den Kindern ihre Kenntnisse auf diesen Gebieten zu vermitteln und sie bei der Berufswahl zu beeinflussen. — Für den Landfonds werben

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.