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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 3 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
3 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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19 Das Volkslied der Ostjuden. Von FritzMordechai Kaufmann-Berlin. I. Einige grundsätzliche und einführende Bemerkungen, Man kann mit gutem Orund sich fragen, wie es wohl kommt, dass das jüdische Volkslied bisher so wenig zwingende Gewalt Herz und Sinn der westlichen Jugend ausübt, einer Jugend, die doch durch ihre Herkunft aus dem Wandervogel und der deutschen Jugendbewegung sich zu den Volksmassen und ihren musikalischen Schöpfungen hingezogen fühlen müsste. Während einzelne nicht genug von der Schönheit und Bedeutsamkeit dieser östlichen Lieder zu erzählen wissen, fühlt die Mehrzahl unserer Jungens und erst recht oer Erwachsenen sich keineswegs durch süsse oder gar erschütternde Erlebnisse damit verbunden.*) Wem ist hier Schuld beizumessen? Der Jugend nur zu einem £er'ngen Teil. Dort wo sie ehrlich und bescheiden zu sich selbst *h kbekennt, dass ihr die östlichen Dinge, so wie man Sie bis jetzt vorgesetzt hat, selten etwas zu sagen vermochte^ sollte "Jan sie nicht ohne weiteres verurteilen. Was sind denn das für inge, die Sje se^ zwanzjg Jahren und noch heute, etwa an den im grossen arrangierten Liederabenden von Winz und Roskin über sich ergehen lassen muss? Selten einmal eine schlichte Volksweise, le gleichen Ranges mit den ihr vertrauten ausgesuchten Stücken eutschen Volksgesangs wäre; dann und wann einige matte Lieder von genrehaftem Charakter; in der Hauptsache jedoch ein falsifilertes Zeug, das mit dem Volkslied nichts gemein hat, Couplets, Gassenhauer, Operettenschlager und allerlei rührselige Kunstlieder, in mer vordringlichen lärmenden Aufmachung und Vertonung, in einer ortragsweise, die unmittelbar aus dem Kabarett und der VorstadtrrM"e herzukommen scheint, in einer Sprache, die weder J'odisch noch deutsch, sondern ein übles Gemauschel ist. und i *^ i!Ch sPrecne nier "''cht von jenen, die derart hoffnungslos vergojischt Volk!Lem Primit'ven Zusammengehörigkeitsgefühl mit dem eigenen jüdischen losen ^sFnwäcnt und verdorben sind, dass sie mit der dummen und kulturvoll .Ueb^rhebung des verspiesserten bürgerlichen Westeuropäers auf das ffehHok üstJuden wie auf eine unsaubere Herde von Schnorrern und Zurückdem t-reu herat)sehen. Ich spreche nicht von Menschen, die aus Angst vor lnt»ii F:,ch brutaler und barbarischer auftretenden verbildeten Pöbel deutscher köXIektueller" die „Oalizianer und Polacken" preisgeben und sich auf deren »io a.„ xi..„,„ n-t^,,. ,lnrt Auseehaltene der dümmsten

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