Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 3 (1920) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
3 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/6492385-5965084-5965411--578-4923365
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

16 Eigene Flaggen sind bis jetzt in den hier behandelten Gebietsteilen nicht im Gebrauch gewesen, mit Ausnahme .von Jerusalem, das seit der Zeit der Kreuzzüge eine weisse Flagge führt, die ein grosses Kreuz zeigt, in dessen inneren Winkeln ebenfalls Kreuze stehen. Diese können von grüner oder von roter Farbe sein. (Doch hat neur lieh — nach einem Bericht der „Neuen Züricher Zeitung" — das erste jüdische Handelsschiff den Hafen von Jaffa verlassen. Es führte die blau-weisse Flagge mit dem Davidstern. Die Red.) Augenblicklich werden von den Okkupationsbehörden bereits Schritte für den Ausbau der Häfen unternommen. Vor allem wird zunächst Haifa, bald darauf Jaffa hieraus grosse Vorteile ziehen, da diese beiden Häfen für den Aussenhandel die meiste Bedeutung besitzen. Ob in etwas fernerer Zukunft auch Gaza,, eventuell noch Ikkaba in die Seeschiffahrt einbezogen werden können, muss der Entwicklung überlassen bleiben. Jedenfalls stehen wir in' Bezug au? den ganzen Schiffsverkehr vor grossen Aufgaben, die von wesentlicher Bedeutung für eine gedeihliche Fortentwicklung des Landes sein werden. Wie werden wir in Palästina ipofinen? Von Architekt Alexander Levy, Berlin.*) Diese Frage hat sich wohl mancher von uns schon einmal aus persönlichem Interesse vorgelegt, wenn er ernstlich den Gedanken seiner Uebersiedlung ins Auge fasste. Ist doch der Wohnraum, der uns umgibt und schützt, ein elementarstes Lebensbedürfnis, wie Nahrung und Kleidung. Wenn wir auch im geregelten Leben Europas, zumal vor dem Kriege, nicht viel an diese drei Grundbedürfnissd unserer Existenz erinnert wurden, ihre angemessene und zureichende Befriedigung wie etwas selbstverständliches kaum mehr empfanden, so hat doch schon die Kriegs- und Nachkriegszeit diese Dinge wieder mehr in den Vordergrund unseres Bewusstseins gestellt. Es entstand ein „Wohnungsproblem" in Europa und mancher von uns, der sich früher nie um diese Dinge gekümmert hatte, spricht heute mehr als ihm lieb ist von der Schwierigkeit und oft Unmöglichkeit zulänglicher Behausung. Im neuen Palästina wird uns die „Wohnfrage" und die „Wohnungsnot" noch bedeutend bedrohlicher auf den Leib rücken als hierzulande. Nicht nur, dass ein vollständiger Mangel an Behausung für jede Art von Bevölkerungszuwachs oder Einwanderung herrscht, heute bereits jedes Fleckchen besetzt ist und horrende Preise bezahlt werden, so kommt noch hinzu, dass wir uns doch auch dem Klima und den Lebensgewohnheiten des Landes in der Behausung anzupassen gezwungen sind. Es sind demnach für Palästina also •) Vergleiche des Verfassers soeben im Welt-Verlage erschienene Schrift, „Vom Bauen und Wohnen im neuen Palästina", auf die wir noch zurückkommen werden. Die Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.