Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 3 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Schermann war ein Arbeiter, der zurzeit der grossen Pogrome Russland verliess und nach Palästina kam. Er arbeitete anrangs in Metula und ging dann nach Kinereth, wo er S Jahre auf der Treidel'schen Farm als Vorarbeiter war, wegen seiner Tüchtigkeit, Geradheit, Ehrlichkeit und jüdischen Gesinnung allgemein geschätzt. Mit seinem Chef, in dessen Familie er lebte, verband ihn eine seltene Freundschaft; in Treidels Abwesenheit leitete er Jahr und Tag unermüdlich und mit Aufopferung die Farm, rettete wahrend der Heuschreckeninvasion die Baumpflanzungen vor der Zerstörung und in der langen Kriegszeit die ganze Wirtschaft vor dem Untergang. 'Ohne in der Arbeiterbewegung sich zu betätigen, war er das Muster eines jüdischen Landarbeiters. Am Ende des Krieges kam er durui einen Betriebsunfall ums Leben. Mit ihm starb einer jener stillen Helden der Arbeit, denen nachzueifern die Aufgabe der jungen Chaluzim ist. Qoldmann war der Begründer der Achusah*) von St. Louis und damit der Initiator der Achusah-Bewegung in Amerika. Er_ hatte vor einer Reihe von Jahren schon in Palästina als Beamter der Administration u. a. in Bne Jehuda gewirkt. Etwa 1911 kam er von Amerika zurück, erledigte in sechs Wochen den Bodenankauf von Po nah Stunden von Kinereth, am S«e von Tiberias), wohnte einige Zeit >" Ten-Awiw, wo ihm noch eine Tochter geboren wurde und übersiedelte dann' mit seiner zahlreichen Familie nach Kinereth, um in der Nähe Poriah's auf die Fertigstellung seines Hauses zu warten. Als Erster zog er nun nach der neuen Kolonie hinauf, „äusseren Fenstern man hinabsieht auf die schönste Landschaft der Welt"**). Er überwachte die Anlegung der Pflanzungen, die jetzt eine statthche Grösse erreicht haben und bereits von der Station Samach aus (-y* Wegstunden) sichtbar sind. Die zahlreichen Achusah-GeseUschaften, die unterdessen in Amerika entstanden waren, begannen in der Nahe Poriah's Boden zu erwerben und durch Arbeitergruppen für die Besiedlung vorzubereiten. Trotz mehrfacher Erkrankungen behielt Goldmann auch während der Kriegszeit seinen guten Mut, aber es war ihm nicht vergönnt, den Beginn des neuen grossen Aufbaues, die Umgestaltung und Popularisierung des Achusahgedankenszu erleben, dem er seine ganze Kraft geweiht hatte. Vor zwei Jahren sah ich ihn in Tiberias zum letzten Mal; er starb kurz nach Beendigung des Krieges. , Von den Mitgliedern der Jüdischen Turnerschaft war Louis Lew in aus Königsberg i. Pr. der erste, der im Jahre 191 nach Palästina ging, um den Boden seiner Väter zu bebauen. Systematisch bereitete er sich für den Kolonistenberuf vor, indem er mehr als zwei Jahre in den jüdischen und deutschen Kolonien die verschiedenen Zweige der Landwirtschaft praktisch erlernte; er arbeitete in R'schQn, Rechoboth tund Pethach-Tikwah, immer im *) Gesellschaft zur Errichtung einer Pflanzungskolonie. D,iactinn **) FVanz Oppenheimer in dem Bericht über seine zweite Palastma- 3