Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 3 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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6 W Ukomitsch, der Leiter der Schule von R o s c h - Pi n ah, wurde wahrend des Weltkrieges vom Flecktyphus hinweggerafft. Seine Anstalt galt als die beste aller Kolonieschulen; er gründete den ersten Schulgarten, um die Liebe zum Boden schon die Kinder zu lehren. Früher wirkte er an der Schule von Metula, der nördlichsten der Kolonien; aus den Reihen seiner früheren Schüler sind geschätzte Lehrer hervorgegangen. — Immer, wenn ich nach Rosch-Pinah kam, bewunderte ich den Mut dieser Handvoll von Intellektuellen, die dort oben in Einsamkeit lebten, um die junge Generation zu erziehen, die das Land brauchte. Und ihr Führer war W i 1 k o m i ts ch. Mancher Neschef*) in seinem Hause ist mir in Erinnerung. Gäste aus Judäa und Europa gab es da, mit herzlicher Gastfreiheit wurde jeder'aufgenommen, der gerade durch das einzigartig gelegene Bergnest kam; seine Schüler stimmten immer neue Lieder an, die dann von der Corona mitgesungen wurden. In den Pausen promenierte alles im Mondschein und bewunderte die Aussicht auf die beiden Seen, den Meromsee und den Kinereth. Am Morgen bestieg man die!v!e,, e Und ntt weiter und vergass niemals die schöne Kolonie und Wilkomitsch, den Lehrer von Rosch-Pinah. Hoss, der Lehrer von Kastinie. Er war das Muster eines judischen Idealisten. Jahrelang leitete er die Schule der kleinen, weit abgelegenen Kolonie Beer-Tobiah (gewöhnlich mit dem arabischen Namen Kastinie genannt), fern von seiner Familie, die in Jaffa lebte. Trotz der Trennung waren das seine glücklichsten Jahre, so verwachsen war er mit dem Gedeihen des kleinen Gemeinwesens, so hing er an der Freiheit des jüdischen Dorfes, dem er auch nach seiner Uebersiedlung nach Jaffa nach Kräften zu Hilfe zu kommen suchte. Er lehrte dort an der T achte e mo n i - S c h u 1 e, später am Gymnasium; er nahm lebhaften Anteil an allen zionistischen Angelegenheiten und war Delegierter beim XI. Zionisten-Kongress in Wien 1913. Seinen Kindern war er ein Muster und Vorbild; sein ältester Sohn, ehemals Schüler von Mikweh Jisrael, wurde später einer der beliebtesten und furchtlosesten b c h o m r i m ,**) der andere gehörte zu den ersten Abiturienten, seine lochter zu den besten Schülerinnen des Jaffa'er Gymnasiums. — Am Anfange des Krieges waren viele Schüler der beiden Gymnasien und des Jerusalemer Lehrerseminars auf die Offiziersschule nach Konstantinopel gegangen; als sie nun zwei Jahre später zurückkehrten und teils an die Tigris-, teils an (die 'Palästinafront geschickt wurdet eilte Hoss auf die Nachricht, dass eine Anzahl von ihnen unterwegs erkrankt sei, nach Aleppo, um nach den jungen Leuten zu sehen, unter denen sich auch sein zweiter Sohn befand Auf dem Rückwege erkrankte er am Flecktyphus und starb nach seiner Ankunft in Jaffa. Mit ihm ging einer unserer besten Männer dahin, treu seinen Idealen, ein Opfer seiner Pflichterfüllung. «V «ufi* g«wöhnlich eine Abenduntcrhaltung, oft improvisiert. Verlag 1918 gege" Araber- Siehe das Gedenkbuch .Jiskor". Jüdischer