Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 3 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 besten Einvernehmen mit der Koloniejugend und lebhaften Anteil nehmend an den Festen anlässlich der Turner- und Studentenfahrten 1913 und 1914. Aber er verkannte auch nicht den Vorteil,* den die jüdische Kolonisation aus dem Umstände ziehen kann, dass deutsche Kolonisten seit Jahrzehnten im Lande leben, die wirkliche Bauern und Söhne und Enkel von Bauern sind. In einer deutschen Musterwirtschaft in Haifa arbeitete er auch, als er im August 1914 dem Rufe zu den Waffen folgen musste. Er war gerade im Begriff, sich anzukaufen und keiner von uns dachte daran, als wir Abschied nahmen, dass wir ihn vielleicht nicht wiedersehen' würden. Er war ein Vorläufer unserer heutigen jungen Chaluzim und kann ihnen als Muster dienen mit seiner Intelligenz und Nüchternheit, seinem heiteren Temperament und seiner Arbeitskraft. In unserem kleinen Kreise in Haifa war er besonders beliebt; wir werden ihn schwer vermissen, wenn wir erst wieder drüben bei der Arbeit sind, die er so gern mitgemacht hätte. Er fiel im Oktober 1914 in Flandern. / Noch einer darf in dieser Reihe nicht fehlen, der uns ein Führer gewesen ist auf unserm Wege, aber wie Moses das heilige Land nur aus der Ferne erblicken durfte: Georg Arndt, der vor mehr als 10 Jahren dahingegangene Vorsitzende der Jüdischen Turnerschaft. Er war ein Mann, wie wir ihn heute brauchen als Führer der Jugend bei der Rückkehr ins Vaterland: ein Mann, der durch sein vorbildliches Leben legitimiert ist, an der ersten Stelle zu stehen und dessen Wirkung auf die Jugend nicht auf schönen Reden, sondern auf der Grösse und Reinheit seiner Persönlichkeit beruht, der den Chaluzim vorangeht mit der befreienden Tat Für den Februar 1910 hatte er seine üebersiedl ung nach Palästina vorbereitet, aber er starb 3 Monate vorder als Opf«" seines Berufes — ein genialer Arzt und Erfinder, den ein grosses Arbeitsfeld im Lande der Väter erwartete. Sie alle sind nicht mehr; mit ihren besten Kräften hatten sie gearbeitet an der Grundlegung der neuen Zeit, aber sie durften nicht die Erfüllung schauen. In wehmütigem Erinnern gedenken wir ihrer heute, da wir an der Schwelle der grössten Epoche unserer Geschichte stehen. Möge es unserm Volke nie an Männern fehlen, so rein in ihrem Idealismus, so bereit zur Aufopferung w i e s i e. Palästina- Literatur sowie •amtliche national-jüdischen Büch«* liefert _- WELT-VERLAG, BERLIN NW. 7, Dorotheenstrasse 35. MT Verlauf» Si« das »enest* V«rUg*verz«ich»is.