Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 2 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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21 Regeln der Disziplin vergingen und sich somit selbst zu einer Artisten gruppe erniedrigten, wie das leider immer wieder selbst in nnsern gröss;eii Vereinen vorkommt. Der Wetturner inuss in .der turnerischen Schule Gehorj*"»! Selbstbeherrschung und Mut sich zu eigen gemacht haben und durchdrungen sein von den höheren Zielen unserer Turncrei. Die 'Vorbereitung zum .Wetturnen unterscheidet sich wesentlich von der zum Sport. Während bei guter körperlicher Veranlagung und Geschicklichkeit der Sportsmann nach 3—6 monatigem Training imstande ist, erfolgreich zum jyettkampf anzutreten, muss der Wetturner eine jahrelange turnerische ^hulung hinter sich ihaben. Wir sehen bei Turnfesten als 1. Sieger fast stets Männer von 25—3O Jahren, also in einem Alter, bei dem die Sportsleute zumeist keine erstklassigen Erfolge mehr erringen können. Wir können vielfach beobachten, dass Turner in allen möglichen Sportzweigen erste Siege erringen, "jemals wird das 'Umgekehrte der Fall sein. Wir sehen also, dass nur durch eine langjährige Schulung Wetturner ausgebildet werden können. . t)er Wetturner muss eine streng geregelte Lebensweise führen. Durch nentiges Essen und massiges Trinken sowie fleissiges Hantclturnen muss die Muskelkraft erhöht und überflüssiges Fett absorbiert werden. . 3 JVtonate vor dein Wetturnen werden die Pflichtübungen veröffentlicht, jetzt beginnt ein planmässiges Training1. Grösste Massigkeit, fast Askese ist nun von nöten. Durch häufige Bäder und Massagen ist der Körper zu stählen «na abzuhärten. Das Rauchen und Trinken gefährdet den Wettkamp f. Regelmässiger ausreichender Schlaf müssen dem Wetturner die Kräfte erhalten. " hüte sich vor dem Genuss starken Kaffees oder Tees und treibe während °ieser 3 Monate keinen anderen Sport. Da bei einem 12-Kampf Kürübungen HiT t^' Barren Ulld Pferd vorauszuseihen sind, so kann bereits jetzt mit QJ?1'' raining dieser Kürübungen begonnen werden. Der Turner überblicke im beh Sein turnerisches Können und wähle die Uebungen aus, die er sicher enerrscht. Die Kürübungen dürfen nicht zu schwer sein, damit der Turner Die 111? eingetretener Ermüdung seine Uebungen gleichwohl ausführen kann, der .Ii uUng se,DSt sei vom Leichteren zum Schwereren gesteigert. Als Anfang? 's* allerdings eine schwierige Uebung zu empfehlen, um die Aufai»« *ml<eit der Schiedsrichter auf sich zu lenken. Jedoch hütet sich ein m«« ger Turner. mit sogenannten „Bluffern" aufzuwarten. Unter artiw a ' verstent man die Irreführung des Schiedsrichters durch eine eigen-/ der t"kschlussübung. Wenn z.B. nach einer mittelmässigen Uebung am Reck Bluff ner mit emsm Salto rückwärts zum Stand abspringt, so soll dieser täuschen Schiedsrichter über die Mittelmässigkeit der Uebung hmwef*- j: , ^ch w u n gü b un g e n sind den Kraftübungen vorztibereitC"' **a s'e grösseren Eindruck auf die Schiedsrichter machen, wie ich Turn meineni Artikel „Kraftübungen" im Novemberheft 19 der „Jüd. übunZei ausgeführt habe. Auch ist die bessere Wertung von SchwungdieriM? uVom objektiven Gesichtspunkte aus? zu verteidigen, da hierbei yerj fanr des Fehlgreifens viel grösser ist und dadurch weit mehr PfhVhhfiü vorkommen können als bei Kraftübungen. Nach Bekanntgabe der die s«*- gen mvts& der 'Turner feststellen, wo es hapert und unverdrossen Durtfc ke"gen Einzelheiten trainieren. Dann gehe man an , das aes'thc tische Beweo lten der Uebungen, d.h. man sehe zu, möglichst viel schöne mötririfi^ aus der Uebung herauszuarbeiten und die Uebungsverbbidung »eitwen f,üss'g zu gestalten. Um die Nervosität beim Wetturnen zu bemit and verans*a'te man des öfteren Probewetturnen, in dem man zusammen anaeren Teilnehmern die Uebungen durchturnt und sachverständige Turner > als Schiedsrichter zu fungieren und Wertungen vorzunehmen, lokalen v11 ^etturnen selbst fahre man möglichst frühzeitig, um sich mit den MöffliSi«* a'i"issel1 vertraut machen zu können. Man nehme seine Unterkunft gefunden 10 - m """"'gen Hinterzimmer eines Gasthauses. Hat man ein solches man im b ^° ISt man n'cn* abhängig von der Lebensweise der Familie, in der wie « ^,yatQuartier untergebracht ist, man kann essen, trinken und schfafen, es die Vorbereitung zum Wettkampf erfordert.