Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 2 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Gibt man diesen Turnbrüdern auch noch die Möglichkeit, ihre Riege unabhängig vom Turnwart zu kommandieren, so wären sie, wenn sie ihre Riege tunteriScfi njoiir interessieren können und diese — nun gleichgültig geworden — sich ablenken tässt, in ihrem Unwillen zu einem ihrer Ansicht nach sicher wirkenden Mittel greifen; sie werden anfangen, Bewegungen zu kommandieren und mit anderen Schikanen die Riege zur Ordnung zu zwingen, wobei sie ganz vergessen oder auch nicht wissen, dass sie selbst die Schuldigen sind, weit sie turnerisch nicht interessieren konnten. Ganz abgesehen davon, stören den Betneb, verursachen Lärm und behindern die anderen, turntechniscft (vie!- lencht vorgeschrittneren Vorturner in der Erklärung der Uebungen und Uebungsgruppen. Dieses Beispiel schon tässt die Ausschaltung der Vorturner vom Kommando als gerechtfertigt erscheinen. Zugegeben, es gib* an, zwei oder gar drei Vereine in unserer Organisation, die für jede iwer Kiegen einen Führer besitzen, der Turrrtechniker ist, die Turnsprache beherrscht» Pädagoge ist und seiner Riege nochi dazu der Freund,, wie wir ihn uns denken und wünschen; aber auch dann darf der Turn wart das Kommando nicht aus. der Hand geben, und es ist gut, wenn er, lohne selbst eine Riege leiteji W müssen, den Turnbetrieb überwachen kann. Greifen wir das Positive aus diesen Betrachtungen heraus, so kommen wir zu folgendem Resultat: es handelt sich! für uns darum, erstens den Turnbetneb eines Abends so zu organisieren, dass jedes Antreten, Wegtreten, zum und vom Gerätegehen, Gerätewechseln — überhaupt jede Bewegung — in der Hand des Turnwarts vereinigt ist, und zweitens, Vorturner zu erziehen, die zwar turntechnisch und pädagogisch auf der Höhe stehen, denen aber trotzdem jede Kommandogewalt über Ihre Riege genommen ist. Dadurch! erreichen wir grossere Ruhe und Ordnung, glatte Abwicklung aller während des Abends notwendigen Bewegungen, Zeitersparnis, grössere Bewegungsfreiheit des Vorturners und mehr Gelegenheit für ihn, sich seiner Riegei turnerisch zü widmen. Für den Turn wart liegen die Vorteile auf der Hand. Er, der selbst seine« Turnern nicht so nahe stehen soll wie der Vorturner (wohlgemerkt auf dem rurnboden!) wird durch die Gewöhnung der Unterordnung aller unter den willen des Einzelnen, der immer wieder derselbe ist, seine Abteilung fest in die Hand bekommen und bei jeder Gelegenheit mit seinen Turnern.» sei es auf dem Turnboden oder Ibei einem Turnfeste, ein Bild gefestigter Disziplin und guter Ausbildung geben können. Fortsetzung (II. Das System) folgt in der nächsten Nummer. Das Wetturnen. Von Arthur Löwenstein, Hauptturnwart des J. T.-V. Bar Kochba (Berlin). .... Der Deutsche Kreis der Jüd. Turnerschart hat auf seiner Tagung >n München beschlossen, ein Wetturnen abzuhalten. Dies soll in Gestalt eine» vereinszwölfkampfesi ausgetragen werden. Ueber die Einzelheiten dieser Verawtaltung, Geräte und Bedingungen bin ich noch nicht unterrichtet. Trotzdem will ich schon jetzt den Turnern, die für die Teilnahme am Wertkampf in Betracht kommen, einige Ratschläge mit auf den Weg geben. Wer an einem derartig ahstrengenden Wettkampf teilnehmen will, m««s kerngesund sein. Der Wetturner lasse sich möglichst ärztlich auf Herz, Lungen und Nieren untersuchen. Auch Nervöse und Blutarme mögen dem Wertkampf fernbleiben. Das Alter der Wetturner bewege sich zwischen >8 und 35 Jahren. Und nun ein wichtiger Punkt den ich allen Vereinsturnwarten ans Herz lege: Die Teilnehmer am Wetturnen müssen durch "hre turnerische Vergangenheit, durch ihre rege Vereinsarbeit und ihre nationaliüdische Gesinnung den Nachweis erbracht haben, dass sie berechtigt sind, als die Vertreter ihres Vereins aufzutreten. Jeder Verein möge lieber aut einen Sieg verzichten als Leute zu schicken, die sich gegen die einfachsten