Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 2 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/6492385-5965084-5965409--539-4923327- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
18 Wenn die jüdischen Ehern frohe, dankbare Kinder haben wollen, so dürfen sie nicht jahrzehntelang 'hinter ihren Büchern hocken. Frühzeitig soH man sie aus der Schule herausnehmen und zu einem bürgerlichen Beruf verhelfen. Erst dann ist es möglich, des Ghettos letzte Spur zu verwischen. Duz- Komment u. Turnersdiaffsabzeidien. Von Dr. H o 1 z e r, J. T.-V. Breslau. Was habt Ihr alle in den 5 Monaten (seit dem 8. September 1919, der Tagung des erweiterten Kreisvorstandes in München) getan, um ein inniges Gemeinschaftsbewusstsein in euren Vereinen hochzubringen? Diese Frage stelle ich an euch alle ihr Turnbrüder in Hamburg, Königsberg, Leipzig» Berlin, München usw. Jeder von euch wird hoffentlich in dieser oder jener Form eine gewisse Annäherung, ein gewisses Sich-Näherkommen der Turne* und Turnerinnen erreicht haben. Deswegen stelle ich heute ein halbes Jani nach der Münchener Tagung den Duzkomment wieder zur Diskussion, Damit auch ihr eure Ansicht in diesen Blättern niederlegt, will ich die meinige euön darzulegen versuchen. Zunächst verwerfe ich den Begriff „Comment" vollkommen, wenn ei irgend einen Zwang bedeuten soll.v Dagegen bin ich unbedingt für die Duzpflicht oder besser für das Duzrecht. Pflicht in dem Sinne des Kantschen kathegorischen Imperativs, des inneren Bedürfnisses, nachdem sien die Turnbrüder und Turnschwestern menschlich näher gekommen sind. In Weise haben wir es bei uns in Breslau gemacht. Wir haben das „Du »m grossen Vorstand fast gänzlich durchgefüjirt, nicht durch Beschluss, sondern auf Grund gemeinsamer, und wie ich gilaube, erfolgreicher Arbeit, weiter kamen sich besonders die Turner der ersten Riege durch das 'fjfj'y" massige Mitein anderturnen bald so nahe, dass sogar ein Turnbruder, der vorn er gegen das „Du" war, diesen Vorschlag zur allgemeinen Freude machte. ^ucn mit einzelnen Turnschwestern duzen wir uns. Und kein Mädchen braucht zu fürchten, dass sie sich dadurch etwas vergibt. Besonders leidhit war es D« der Sportabteilung, da diese jeden Sonntag vormittag gemeinsam trairfierte. Ich bringe euch mit Absicht Einzelheiten, die mir gerade charakteristisci und bedeutungsvoll erscheinen. . Wenn ffliir Duzkomment so auffasst, werdet ihr damit ein starkes Bindeglied in euren Vereinen haben. (Ausnahmen möchte ich 1. alle inaktiven — ufj* regelmässig erscheinenden — Turner und Turnerinnen, 2. alle Zöglinge und Jdie alten Herren nennen.) , . In engstem Zusammenhang mit dieser Frage steht die T u r n n a d e . die für den grossen deutschen Kreis einheitlich getragen werden soll. Ueber die Verleihung dieses Abzeichens halte ich die Eröffnung der j-«s" kussion, an der sich alle Vereine beteiligen müssen, (evtl. durch persönu0" Schreiben an mich*) aus dem Grunde für unbedingt erforderlich, weil wir »' die Garantie haben müssen, dass sämtliche Jüdischen Turnvereine die Nadel naen gleichen Grundsätzen verleihen. Ich1 betone noch einmal verleihen. soll folgendes bedeuten: die gemeinsame Turnnadel bleibt Eigentum fl' Vereins, ist zu allen offiziellen Gelegenheiten sichtbar zu tragen (v^afflJgr lungen, Festen, ebenso Wanderungen und Reisen). Sie wird auf Vorschlaff «* . Vorturner nur an aktive Turner (-innen bzw. Sportler und Sportlerinnen) p Vorstandsbesch!luss, bei einer kleinen feierlichen Veranstaltung (im enu sten Kreise) N a d e I f e s t (evtl. auch Turnboden) vom ersten Vorsitzenden m» Handschlag überreicht. Dabei soll dem Turner die Bedeutung der Nadel *' gelegt werden, dass er damit ein enges Mitglied der jüdischen Turnerscharr g worden ist und überall für diesen Gedanken einzutreten hat. . Erweist sich ein Turnbruder als unwürdig, so kann ihm laut Vorstana beschluss die Nadel abgesprochen werden (vgl. Ausleseprinzip im Blau-weisp Welche Bedingungen sollen nun für die Verleihung massgebend sein? Ich Hiacn folgende Vorschläge: *) Möglichst aber in der „Turnzeitung". Die Red.