Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 2 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 5pred>5aaL Baad- und Kopfarbeiter, Von Herbert Philippstal, B. K., Berlin. Einen Teil des deutschen Volkes hat der Krieg ungeahnte Vermögens- «ssen m den Schoss geworfen, der andere, grössere Teil dagegen schmachtet oJ^cJ5e™er Armut. Die Zahl des Proletariats ist stark angeschwollen, eine arhf-i ^chidlt' die nidllts besitzt und alles zum Leben nötige hart er- Pmi muss- Bedingt durch die moderne Kulturentwicfclung, gibt es ein roietanat der Hand und des Kopfes. Ein Vergleich zwischen Ihnen ergibt ein merkwürdiges ResuPtat. erträor5i?I,rend VDr noch aflzu langer Zeit die Zahl der Gebildeten fofep und 80 inr Lebensstandard durchschnittlich gut war, ist heute inihri iemes starken Ueberangebotes und des wirtschaftlichen Gesamtzustandes '"re Lage recht tmst}os vi-, Oje Handarbeiter dagegen, deren Arbeitsgebiet viel umfassender, nicht n er ist' werden seit dem Kriege, vor allem aber seit der Revolution, v£l\-llemLdem Kopfarbeiter gleichgestellt, sondern ihre Arbeit wird c« notier bewertet, ihre Zukunft ist gesicherter, geklärter. Dieses muss bemerkenswerte Folgen zeitigen, kam «e'^lns -J^en sagte mAn bisher: „Studieren ist des Olückes Pforte." So einer h cSS es Deutschland kaum eine jüdische Familie gibt, wo «ich* Hv_!" Söhne einen gelehrten Beruf ergriffen hätte. Es besteht eine keit bew*plli e des Geistes. Die Ueberschätzung der geistigen Tätig - und sn u aucn> dass viele Unfähige sich) ihr widmeten, zum eigenen Schaden vorle»0 * u1 ztun Nachteile des Gesamtjudentums. Wenn wir uns die Frage für umf' \r «ie unverhältnismassig hohe Zahl der jüdischen Gelehrten vorteilhaft sa«rt ■ rXi ™ war' mussen wilr es unbedingt verneinen. Hans Goslar bis zur Pf;ovemberheft der lud. Turnzeitung.: „Geschlechtliche Enthaltsamkeit sein und Anstreben der Frühehe ist für den jungen Juden, den jüdisch \j!r werden will, eine natürliche Forderung." Ende e k*nn man aber dieser Forderung gerecht werden, wenn man erst stände r .^nziger Jahre, wie es bei den gelehrten Berufen üblich ist, selb- KUK wird, so erst die Möglichkeit besteht, einen Hausstand zu gründen? Zianiai!i "Sere Berufsschichtung muss eine andere werden. Der Twnvp^' 80 segensreich er auch auf die Jugend mit seinen natkxial-jüdfsdien schlafrpreHmen' w^nderbfinden, Ruderklubs usw. wirkt, vermag nichts Durch- '"nunen 'm erreichen, wenn nidht endlich der Kinder ■ Eltern zur Einsicht nicht m"t. Ueberschätzung der geistigen Tätigkeit muss verschwinden. Es darf Jahrp e?r.VDr'0Mntnen, dassdie schwachen, jüdischen Kinder zwölf und mehr Lebens harten Schulbank zubringen, ihre Jugend die schönste Zeit ihres zu b™L nur dem Lernen widlmen, ohne erst die nötigen Fähigkeiten hierzu» lidi vi? 5!" 'st die notwendige Verstandesschärfe vorhanden, dann haben natürsrefetSf Ttern die Wucht, ihren Kindern die Möglichkeit zu versrfiaffen, durch geishge Arbeit ihr Brot zu verdienen. Jahrtausende Stadtbewohner,; Jahrhunderte Ghertosklave. dieser 7 •Abraucll€n wieder „Musikeljuden", wie Nord au sagt, die Spure« r «iten zu verwischen, ünd ciSet^ nic^ 90 weiter gehen, dass wir Juden dreimal so viel Nervenen1snrt*?e .anke stellen, als es dem Prozentanteif an der Gesamtbevölkerung! ^"^t- AehnBch verhält es sich mit dem Prozentsatz der Blinden, hat ei„"friedenheit Ist des Lebens Ziel. Wer aber eine reizlose Jugend gehabt obwen r» ""heberen Zukunft entgegen geht, wie der Kopfarbeiter nach meiner 8 "aretelhing, kann seines Lebens nicht froh werden.