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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 1 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
1 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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23 Hier eröffnet sich ein grosses Arbeitsfeld für das hiesige nationale Judentum. Es muss intensiven Anteil nehmen an allen Aktionen, die der Fürsorge für die ostjüdischen Flüchtlinge dienen. An> erster Stelle da?le .Beschaffung von Arbeit und B es ch ä f t i g un g s'm ö g l i ch - Reiten. Allerdings ist dies bei der ■ gegenwärtigen Wirtschaftslage Deutschlands keine leichte Aufgabe — um so energischer muss ihre Durchführung betrieben werden! Bis zur Arbeitsbeschaffung muss für Beköstigung und Belerbergung, für Bekleidung iind materielle Unterstützung der Notleidenden gesorgt werden. Die imateriellen Interessen sind jedoch keineswegs die allein vorherrschenden. In den ostjüdischen Massen wirken rege kulturelle Bedürfnisse. Es ist daher eine mannigfache Kulturarbeit zu leisten: Fortbildungskurse für allgemeine und jüdische Lehrfächer sind zu begründen, Leselallen und Bibliotheken einzurichten, Vorträge und Unterhaltungsabende zu Veranstalten. An all diesen Aktionen müssen die deutschen Nationaljuderi intensiv mitwirken, in gemeinsamer Arbeit mit den auf diesem Gebiete tätigen Kreisen der J1 Deutschland liebenden Ostjudenheit. Die berufene Organisation hierfür ist °Vr. »Verband der Ostjuden in Deutschland" (Zentrale: Berlin, Linienstr. 19, Amt Norden 3480), dessen ca. 50 Zweigvereine in allen Teilen "es Meiches eine umfassende Fürsorgetätigkeit für die ostjüdischen Flüchtlinge entfalten. Der Ost juden verband, der die Wahrung der politischen, sozialen ■na kulturellen Interessen der in Deutschland lebenden Ostiuden bezweckt; ^/strebt den Z us a m m e n s'ch lu s s der hiesigen Ostjuden zur gemeinsamen Arbeit mit den lebendigen, ..schaffenden f) r a f t e n desdeutschenJudentumsimDienstedes jüdischen Volkes. Ostjudenarb,eit ist jüdische Volksarbeit! . Soll die national-jüdische Bewegung in Deutschland eine wahre Volksyc.Regung sein, dann muss sie „ins Volk gehen", in die breiten oiksschichten der ostjüdischen Massen dringen, sich auf den grossen Gebieten i<5tiSOzialen und kulturellen Volksarbeit produktiv betätigen. Jüdisches Volkstum vt keine blosse Idee; es ist eine Realität, die erlebt und getätigt werden pnujBS. Hilfe für ostjüdiscbe Waisenkinder.?;iMverherenden Wirkungen des Krieges in den Ostgebieten haben un- <<tnuge jüdische Kinder ihrer Eltern und Ernährer beraubt. D Viele dieser unglücklichen Kinder sind durch die 'Zeitwirrnisse nach firtrf verschlagen worden, wo sie sich häutig in trostloser Lage benoen. Diesen elenden (Waisenkindern Hilfe und Rettung zu bringen, — i«t Wa\e .p*licht! Wir richten daher an unsere Brüder, die imstande sind, einem die« n(*e s"'c'n *ur kürzere oder längere Zeit Aufnahme zu gewähren, \v!n,e\. un9chätzbare gute Werk auch zu vollbringen, und uns von dieser Bereitk i iigkeit Kenntnis zu geben. Wer selbst nicht imstande ist, ein Waisenkind Lei«tS1 aufzunehmen, der sollte nach Massgabe seiner Möglichkeit durch eistung von materiellen Mitteln zum Unterhalt der ostjüdischen Waisenkinder °eitragen. Ins Briider! Erfüllt /Eure heiligste Pflicht gegenüber den verlassenen, hilfusen ostjüdischen Waisenkindern. Verband der Ost juden, Berlin, Linienstr. IQ. SPENDEN: „PostschecKKonto Berlin 49141'* Dr. Max Hirsch (Charlottenburg)

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