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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 1 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
1 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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21 taucht. Der jüdisch« Nationalismus ist die Rückkehr zur Judenheit. Der Zionismus ist die Rückkehr zum Judentum, neben der Rückkehr ins Judenland. Ziel ist lebendiges Judentum, Zionismus ist nur ein Weg zum Ziel, eine Bewegung zum Ziel. Zionismus ist nicht Parteisache, sondern Judenheits-, Judentums- und Menschheitssache. Die Rückkehr zum Judentum vor der Rückkehr ins Judenknd haben wir versäumt, nicht vermocht. Setzen wir alles1 daran, die Rückkehr zum Judentum und die Rückkehr ins Judenland zu ermöglichen. Zur Aussprache über »Blau - Weiss — Turnersdiafi«. Schlusswort von j'u 1 i u s Grau, J. T. V. Stettin. T Mein im Oktoberheft erschienener Artikel über das Problem Blau-Weiss- ' urnerschaft (bezw. andre Organisationen) ist, wie ich feststellen muss, falsch verstanden worden. Hans Pauls: Arbeit insbesondere trifft gar nicht den Kern meiner Gedanken. \ . _ Man hätte erkennen müssen, dass meine Arbeit von anderer als parti- Kularistischer Gesinnung bestimmt wurde. Von den verschiedensten Seiten; *pmmen zur selben Zeit gleichlautende Stimmen (z. B. von Leo Kaminski und Jians Goslar im Novemberheft), die ebenfalls eine Neugestaltung der bisherigen Arbeits- und Erziehungsmethoden in den Jugendorganisationen fordern. Indessen, der Vorwurf eines herabsetzenden Vergleiches ist schon darujn nicht berechtigt, weil es mir gar nicht darauf ankommen konnte, die verschiedenen Organisationen im Werte nebeneinanderzustellen. Wie unsere eben nur tür uns passt, u n s e r m Ziele ganzer menschlicher Erfassung eben nur unsere Erziehung entspricht, so entsprechen den Zielen in andren Vr|a.msationen nur deren Methoden. Diese Erkenntnis hätte aber auch in den 'Aufsätzen der Sommerhefte unserer Turnzeitung mehr herrschen sollen, in «enem der Blau-Weiss zu allen möglichen tendenziösen Vergleichen Herangezogen wurde. (? Die Red.). Wenn man Augenblicksstadien einer so stetig fliessenden Bewegung wie aes Blau-Weiss unter die Lupe nehmen will, wenn man sie so aus den grossen Zusammenhängen herausnimmt — ein eigentlich gar nicht zu rechtfertigendes Beginnen — so muss man vor allem daran denken, dass der Blau-Weiss in der jüdischen Jugendbewegung ah) Erster einen ungewissen, neuen Weg beschritten Pat- Manche Versuche mussten gewagt werden, oft musste man iändern und bessern. Wollte man alle diese zeitlichen Erscheinungen für sich iwerten, k irne •uan natürlich zu ganz falschen Schlüssen. Man bedenke: Wenn man Verirrungen ausschliessen will, so darf man nur Mittelmässigkeit, nur Massenmenschentum erstreben; um einen niedrigeren Teisist das nicht möglich! . Von einer Zusammenfassung der Jugendarbeit wird viel gesprochen. Man S0l»e sich in aller Härte klarmachen, was das heisst: Ein Zusammengehen Aller ist in Angelegenheiten von allgemeinem Inter- ^se auch ohne Ausschüsse selbstverständlich. So wird auch der Blau-Weiss fn!f ZU einheitlichem Vorgehen bereit sein, wo es irgendwelche Umstände erordern. Vor einem (darüber hinausgehenden Gleichmachen aber wollen wir uns spii!Ln' so'anße nicht der in den einzelnen Organisationen herrschende Geist von selbst zur Vereinigung treibt. Wenn nämlich eine tatsächliche Anaherung vorhanden ist, so setzt sie sich durch, aller G e - g.°hnhei.t und allen Parteiinteressen zum Trotz. Künstliche indemittel sind da nicht nur nutzlos, Sondern geradezu falsch, weil sie über c.e bestehenden Verschiedenheiten hinwegtäuschen und so dem Erstehen wahrer st'"M§^e't 'm Wege sind. — (Bei gegenseitiger Fremdheit wird natürlich das Verwndnis für andere Art unmöglich gemacht, und mit Recht ist es erforderlich, uass der Blick jedes irgendwie Führenden über die Grenzen seines eigenen •greises hinafusreiche. Aber aus diesem Wissen entspringt dann notwendig die lare Entscheidung, wohin man gehört, Und dort wird man seine volle Kraft ansetzen. 1

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