Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 1 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6492385-5965084-5965406--499-4923288- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
19 und man muss dem Turner an jeder Bewegung ' ansehen, dass er immer sicherer und vertrauter mit dem Gerät wird. Es können jetzt nur noch die folgenden schwierigen üebungen aufgezählt werden, auf die später noch einmal einzeln eingegangen werden soll: Am Barren: Handstehen mit Drehung«! und Abflanken, Hocken, Grätschen usw., Stützkehren, Kreiskehren, Wenden und Flanken, Hangkehren, Ellenhangkippen auch mit Drehungen und schliesslich Flugrollen. — 'Am Reck: Riesenfelgen vor- und rückwärts mit Uebergangen a«s einer in die andere, DuTchschwungstemmen, Schwungstemmen rücklings, Drehungen in Hang, Stütz Und Schwung. Abgänge,» Kraftübungen, Wagen, HanUstände, Felgübetschwünge, Auskugeln und Saltos. — Am Pferd: Springen jeder Art, Seitscheeren vor- und rückwärts, Kreis-, dreifache und mehrfache Kehren, auch als Aufgänge, Flankenkreisen und Wanderflanken, Sprungtisch und Ringe, Keulen und Stabübungen nach Neigung und Eignung. Volkstümliche Geräte müssen sicher beherrscht werden und mit der Ermahnung, der Freiübungen und des Hangeins am Tau nicht zu vergessen, will ich die allgemeine Uebersicht über das gesamte TuTngebiet schliessen, um in späteren Aufsätzen auf spezielle Gerätschulen überzugehen. SprechsaaL Zur jüdischen Sexualfrage. Von I s i Heppner-J. T. V., Posen. Vorbemerkung der 'Redaktion: Der schön angekündigte Aufsatz von Ludwig Strauss über das gleiche Thema erscheint im Februarheft. , Hans Goslar's Schrift war eine Notwendigkeit. Unserer Jugend fehlen Mahner. ,. Es steht unzweifelhaft fest, dass die unjüdische „Doppelte Moral" und d'e daraus sich ergebende Lebensweise ein bedeutsames Manko im Mensduen- und Judentum unserer Jugend darstellt, eine Assimilationserscheinung, deien i ragweite leider selbst in zionistischen Kreisen noch nicht zum Bewusstsein gekommen ist. Goslar zeigt einen Weg. Selbsterziehung, Wahrsein zu sich selbst. ~ies setzt jedoch Einkehr voraus; es werden daher nur die Wenigen diese •noralische Kraft und Verantwortung in sich fühlen, umzukehren. Gangbar ist Barths Weg. Gruppenarbeit, Beeinflussung durch geeignete Führer. Aber nur kein Lernen, keine Kurse, kein trockenes wissen, sondern Befruchtung kleiner Kreise durch Persönlichkeiten. Wenn jedoch die Forderungen der Reinhaltung des Körpers, der Frühehe usw. nur damit motiviert werden, das® sie gesundheftlichi nutzbringend, sittlich und moralisch wertvoll und jüdisch traditionell sind, dann werden die Vielen uen Weg nicht finden, denn das sind Utilitaritäts- und Vernunftsgründe und «as jüdische Gemeinschaftsgefühl ist nicht so stark — dazu steckt unsere Jugend noch zu sehr im Banne des Individualisten©, des Phraseologie von1 der Persönlichen Freiheit — um sich hinter die Gemeinschaft zu stellen. Der ganze innere Mensch muss erfa'sst und aufgewühlt werden, wie Boden, der neu beackert wird^ denn die Ursachen der Struktur unserer Jugend liegen tiefer, sie berühren die letzten Dinge unseres Daseins. Die Jugend, insbesondere die intellektuellen Kreise, kennzeichnet noch u sehr die Geistesauffassung, die unter der Flagge des Naturalismus, Materialismus, Mechanismus, Monismus zum Atheismus geführt hat und bis vor kurzer **" als das Vaterunser der Gebildeten gart, die glaubten, dass der Zweck |des ^«nschlichen Daseins der sei, die Welträtsel zu lösen und die Wett eine Rumpelkammer sei, in der aufzuräumen sie berufen wären. .ß ."er Krieg, der politische Wirrwarr unserer Tage hat blind gemacht J5 .e,ne neue heranbrechende umstürzende Geistesrichtung. Wer Gefühl für geistige Umwälzung hat, verspürt jedoch den neuen Hauch. 1C