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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 1 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
1 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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7 Randbemerkungen eines Gesundheitsfanatikers. Von Dr. Felix A. Theilhaber -Bar-Kochba-Berlin. I. Vom Gehen. „Der Proletarier geht." Er kriecht im Schweisse seines Angesichtes dahin, er arbeitet sich durch die Strassen, schleift die Beine über den Asphalt oder den Staub der Chausseen. In den Augen des Kavaliers haftet ihm dabei etwas tierisches an. Der Kulturträger wird an* Seifenkonsum, der Plebs an krummgetretenen Absätzen erkannt. uer Dandy läuft sich keine Sohlen durch. Die Fortbewegung mit vornehmen Möglichkeiten sind nicht nur Möglichkeiten, sie sind Notwendigkeiten seines reichen Innenlebens. . Im Auto entfaltet er seinen pil. Der Glasdeckel vor dem rechten Auge blitzert in der Sonne, lassig ruht die eben manicurte Rechte auf dem Polster und der chike Halbschuh zeigt echt seidene Socken. Hat jemand im Krieg einen General zu Fuss laufen sehen? Das Auto war das Zeichen des zu höherem geborenen, der Hauptmann ritt wenigstens, der Zah 1 m ei st er hatte einen'Wagen und der ,Herr' etatsmässige Feldwebel sass auf dem Kompagniefahrrad. Honny soit qui mal y pense. Menschen von distinguiertem Wesen haben ihre unteren Extremitäten nicht dazu, um wie Landstreicher sich elend mit eigener Kraft fortzubemühen. Uas wäre Kraftverschwendung. Als der berühmte Verkehrsstreik in Berlin einsetzte, wurde eine grosse Entdeckung gemacht. Die Menschen lernten das Laufen wieder. Man sah, dass dies ohne einen neuen und grossen Apparat Sehe, dass man ohne Unfall und lebend, sogar am selben Tag ans 2>el kam. . In jenen Tagen wurden die Menschen gesund. Die Aerzte hatten n»chts mehr zu tun. Mein Freund, der Gesundheitsapostel Meier schrieb an den Reichstagspräsidenten, er solle alljährlich zu Beginn ^fr Sommer- und Winterzeit einen verkehrsfreien Tag anordnen. Als Wemento. Um arme Gehirne zu erinnern. Die Antwort erwartet er taglich. ... Ich bin einmal in der Wüste von Tripolitanien zu Fuss marschiert. j~-,e Stiefel waren damals noch billig und reichlicher als heutef die beschlagnahmten Brombeeren. Die türkische Armeeleitung stellte mir flu Reittier zur Verfügung. Ich musste reiten, (obwohl ich an einer leimtückischen Krankheit litt, die mich oft absteigen Hess) weil ich sonst das Ansehen der europäischen Rasse geschändet hätte. Der yussgänger leidet mit dem Gerechten. Als ich ums Jahr 1906 von Jaffa nach Haifa per pedes apostulorum pilgern wollte, erklärte mtch der berühmte Hotelier Kaminitz deshalb für verrückt. Ich "atte dabei geglaubt, niemals einen so gesunden Gedanken gefasst 2u haben. .. inzwischen haben sich die Zeiten geändert. Es gibt eine Jugend, aie die anatomische und physiologische Zweckart ihrer unteren Extremi- 1

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