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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 12 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
12 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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11 Kurzum, bei der „Ablehnung aller umstürzlerischen Versuche, an der Jahnschen Turnidee zu rütteln" — apropos, heisst es nicht schon gar gewaltig an der teuren Jahnschen Turnidee rütteln, wenn Ihr den Sport ~- — Gut, dass der selige Götz Euch kecken „Umstürzler" nicht Wehr erwischen kann — also, bei dieser Ablehnung, den Problemen voll ins Auge zu schauen, wird es Euch wohl nicht gelingen, unserer Bewegung den nötigen Schwung zu verleihen. ... Aber auch Kuhn fürchtet, dass die Differenzierung zu einem jfberstarken Individualismus und damit zu einem für eine nationale ewegung höchst schädlichen persönlichen Egoismus führen könnte, lese Gefahr liegt meines Erachtens bei der unbedingten Dis-?*Plin, die wir gegenüber dem selbstgewählten Führer mit allem ^achdruck fordern, nicht vor. Ich bin selbstverständlich mit Kuhn nd Pf eif el-N athan-Kirs chn er völlig einig in der Forderung er Hingabe des Individuums an die Gemeinschaft. Zum Schluss muss ich mich noch gegen die Behauptung wenden, ass nämlich das Differenzieren an sich eine krankhafte, ungeunde Erscheinung des jüdischen Geistes sei. Demgegenüber möchte c» darauf hinweisen, dass dies im Gegenteil allen alten Kulturvölkern 'gen und ein Zeichen der kulturellen Entwicklung ist. Je höher die Kulturstufe, desto feiner die Unterschiede und das Unterscheidungsermögen, desto differenzierter die Individuen. Bedeutungsvoll ist für ns nur, dass jedes Individuum — wie Kuhn sehr richtig sagt — auf einem (von uns beeinflussten) Wege dem gleichen Ziele — unserem j'l zusteuert. Wir alle wissen es ja am besten aus eigener Ernrung: am schönsten wandert's sich im kleinen Kreise — aber am ,e,e, da freut man sich von Herzen, wenn man eine Schar von Gennungsgenossen vorfindet. Darum also, für die Erziehung: kleine ruppen> 2jej. die grosse Gemeinschaft. Das erscheint mir s wünschenswerte Synthese von Individualismus und Nationalismus. Die Kameraden* Von Ernst Simon I. Ste C ^eutscne Juden-Emanzipation stand unter dem Zeichen der lieh 1iin"I^ardenoergscherl Gesetzgebung, deren Leitsatz bekanntsch ss: »'-)en Juden als Volk nichts, den Juden als Meninn" a^es-" Man glaubte seine äussere Befreiung mit seiner der CKen ^necn*un£ erkaufen zu dürfen, und verstand nicht, dass setzt *Cn z'*'er*e Satz e'n Widerspruch in sich selbst ist. Denn er von Was Unmögliches voraus: dass nämlich jemand sein Nationales v semem Menschlichen trennen könne. Man vergass oder wollte Uns£Sen' ^ass c'oc'1 £erade unser Nationales zum innersten Kern des .menscnucrien Inhalts gehört und dass eine Verkümmerung ni Nati°nalen auch menschliche Verkümmerung mit sich bringen scheS i d'eSe ^e'se entstand der sattsam bekannte Typ der jüdin Literaten, des ausgewurzelten, kritischen und spöttischen Men- 1 2

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