Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 12 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/6492385-5965061-5965396--321-4923235- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
6 Grossen) zu Beginn des zweiten Jahrhunderts v. Christo Palästina dauernd unter syrische Herrschaft kam. Besonders der Sohn dieses Eroberers, Antiochus IV. Epiphanes versuchte nun eine gewaltsame Kolonisierung, unterstützte die Hellenistenpartei in deren Anschlagen gegen das kleine, aber tapfere Häuflein der C h a ssi di m, verschafften ihr schliesslich gar (in der Person des Menelaos) den Sitz des Hohepriesters und scheute nicht davor zurück, das Heiligtum unseres Volkes, den Tempel zu schänden, indem er am 15 Kislevv des Jahres 3593 (168 v. Chr.) dort einen Altar des olympischen Zeus errichtete und ihm opfern liess. Nun begann eine unerhörte Gewaltherrschaft, uberall wurden heidnische Altäre aufgestellt und die Diener des Königs, die seine grausamen Befehle ausführen sollten, wurden beim Morde des Gesetzestreuen, beim Hinschlachten der verbotenerweise beschnittenen Knäblein unterstützt von den Assimilanten, die das Volk verrieten und den Syrern Angeberdienste leisteten. Die erste und zweite Zerstörung des Tempels und der Stadt trafen Israel ausserhch vielleicht noch schwerer als diese Ereignisse, nie aber sank es innerlich so tief wie damals, wo seine eignen entfremdeten bohne sich gegen ihren Gott und gegen ihr Fleisch und Blut wandten. Da aber trat jenes Ereignis ein, dessen glücklichen Abschluss wir in diesen Tagen begehen: die Guten im jüdischen Volke erhoben sich wie ein Mann, die Makkabäer erstanden. Man muss es im zweiten Kapitel des ersten Makkabäerbuches selbst lesen, wie der greise Mathatias und seine fünf heldenhaften Sohne sich weigerten, dem Götzen zu opfern, und wie der alte Priester dann sehen musste, dass ein Jude vor ihrer aller Augen« zum Altar lief und dem Befehl nachkam. „Das sah Mathatias und es ging ihm durchs Herz und sein Eifer entbrannte um das Gesetz. Und er lief hinzu und tötete bei dem Altar den Juden und den Hauptmann des Antiochus und warf den Altar u m." Dies war das Zeichen zum Kampfe, gleichzeitig aber gab es auch die Richtung dieses Kampfes ^n: gegen die Assimilation und gegen das Syrertum, denn Mathatias tötete den Hauptmann des Antiochus und den abtrünnigen Juden. Wir wissen, wie dieser Krieg verlief. Nach dem Tode des grossen Vaters rüsteten die grösseren Söhne, an ihrer Spitze Juda Makkabi, der „Hämmerer", ihr Heer aus und sie schlugen den Feind, wo sie ihn trafen, besetzten die Stadt Jeruschalajim und nahmen schliesslich den Tempel zurück. Im Jahre 165 konnte Juda Makkabi den Altar Gottes wieder einweihen, und zu jener Zeit stiftete er das Chanukkafest. Der letzte der verräterischen Hohepriester, einer der Führer der griechischen Assimilanten Menelaos, wurde von dem ergrimmten und vielfach besiegten syrischen Oberfeldherrn Lvsias, zu dem er gefluchtet war, hingerichtet. — Das freie jüdische Volk aber leierte Chanukkah im befreiten E r e z Israel E. S.