Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 12 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 Bestand des Perserreiches, dessen .endgültige Vernichtung nun besegelt ward, sondern auch über die ganze Kulturfärbung der nächsten Jahrhunderte. Und wenn auch Alexander selbst sich bei seinem esuch Jerusalems als kluger und gemässigter Herrscher zeigte, der gar nicht daran dachte, das national-religiöse Leben unseres Volkes anzutasten und sich mit einer rein politischen Oberherrschaft ganz w<e die Perserkönige begnügte, so machte sich der Einfluss griechischer Kultur doch sehr bald bemerkbar. Es bildete sich im Schosse es Judentums selber — ganz wie nach dem babylonischen Exil — eine ausgesprochene Assimilationsbewegung. Es entstand ,e Partei der Hellenisten. Sie sahen ihr Ideal in der Selbstauigabe, und wenn man auch nicht verkennen soll, dass der oerstrenge Formenkult Alt-Israels einen gewissen Anteil an f rer Sehnsucht nach dem Griechentum hatte, so muss doch 'm .,^anzen Jene Bewegung als etwas Schmachvolles, wenn nicht 'n ihren Motiven, so doch in den Symptomen bezeichnet weren. Dieser Teil des Volkes vergass ganz die ethische Wertenatzung unserer Propheten und unserer Geschichte, gab sich völlig ^er ästhetischen Einstellung der Hellenen hin und fälschte adurch das eigene Wesen und das der anderen. Man egnügte sich nicht damit, seine jüdischen Namen mit griechischen u vertauschen (so wird aus Eljakim — Alkimos, aus Jesus — Jason, jener verräterische Hohepriester aus der Zeit Antiochus IV. >ess gar M e n e 1 a o s), sondern die jungen Leute unterzogen sich sorüL-e--ner scnw'e"Sen Operation, um die Tatsache der Beschneidung j. 0 jSängig zu machen und so bei den gymnastischen Nacktspielen üh ,V^en*um verleugnen zu können, eine Tatsache, die uns verbürgt erliefert ist. Dies Beispiel zeigt, wie sehr man in seinem Knechtnn das wahre Wesen des Griechentums verkannte, das Schöne 11 mit Natürlichkeit, nicht aber mit gekünstelter Heuchelei reinigen wollte. Es ging dieser Assimilation genau so, wie es bisr ,)eder gegangen ist: man erniedrigte nicht nur das eigene Volk, ondern auch das fremde, dem man sich gewaltsam eingliedern will. P Die jüdische Gegenpartei, die C h a s s i d i m , zu deutsch: die kommen, wurden immer mehr in den Hintergrund gedrängt, besonrs da die äussere politische Lage den Bestrebungen der Hellesten zu gute kam. Nach mannigfachen Wirren hatten sich aus 01 Riesenerbe Alexanders drei Reiche herauskristallisiert, von denen cid UnS nur be''den östlichen in Betracht kommen: das der Seleu- Ind^° ^m?'s* »Syrien" genannt, obwohl es vom Hellespont bis nach de u reicnte) UI,d das der Lagiden oder auch Ptolemäer mit (j/- "auPtstadt im ägyptischen, kürzlich neugegründeten Alexan- <>, la- Der Besitz Palästinas schwankte zwischen diesen beiden huH6" Un<* ^er' so c*ass s'c^ wanre"d des ganzen dritten Jahr- 2o r*s zwar ein dauernder friedlicher Hellenisierungsprozess vollsi h' C'ne &ewaltsame Angleichung aber schon wegen der undu lfen Herrschaftsverhältnisse unterblieb. Das änderte sich, als «rch die Waffentaten des Seleucidenkönigs Antiochus III. (des 1 2