Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 11 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 Aus den anderen Organisationen. Berzl-Bund und Blau-Weiss, Von I. M. Loewy- Hamburg. . Im September-Oktober-Heft der „Jüdischen Turn- und Sportzeitung"' bringt Julius Grau einen sehr interessanten Artikel über die Wege und Ziele des Blau-Weiss. Anfangs erfclärt er uns das Wesen der Jugendbewegung, geht dann auf das Werden des Blau-Weiss ein und gibt zu, dass der Blau-Weiss sich ui seinen Zielen nicht von andern Jugendorganisationen, auch nicht vom Herz" Bund usw. unterscheidet, wohl aber im Wege zur Erreichung dieses Zielesder körperlichen und geistigen Wiedergeburt der jüdischen Jugend und dam« auch des jüdischen Volkes. Er führt dann aus: „Während uns Nationaljudentum völlige Erneuerung des (Lebens bedeutet, begnügt man sich dort mit Erstreben eines möglichst grossen zionistischen Wissens, mit Ausbikfung zu der gewiss sehr nötigen Propaganda" tätigkeit." Die Redaktion hat hierzu schon ein Fragezeichen gesetzt.^ scheint mir, dass jenes mangelnde gegenseitige Verständnis bei den nationaljüdischen Jugendorganisationen, das Turnbruder Julius Grau zu seinem Arti»* Aniass gab, sich auch bei ihm . zeigt, so z. B. wenn er über das Wesen des Herzl-Bundes und des K. J. V. spricht. Alle diese Verbände und natürlich aucn die Turnerschaft haben das Bestreben, ihre Menschen ganz zu erfassen, a'£ sehen sie die Propagandatätigkeit zwar als notwendig an, sind sich aber da - über klar, dass sie allein noch keineswegs genug sein kann. Was die A r der Erziehung betrifft, so vergisst Grau eins, dass der Blau-Weiss gan junge Menschen bekommt, die doch meistenteils höchstens 10 Jahre alt SIj^L dass er nämlich eine verhältnismässig leichte Erziehungsarbeit hat, während o H.-B. und die K. J. V.' - Verbindungen ältere Mitglieder werben, die doch aue mindestens 17 Jahre alt, im H.-B. vielfach sogar schon über 20 hinausi sin ■ Wenn im H. C. der Versuch gemacht werden würde, in der von ihm erwähnte Art des Führer(HeIden)-Prinzips die neuen Mitglieder zu aufrechten und ^P'^ . freudigen Nationaljuden zu erziehen, so würde dieser Versuch kläglichl sC^ um denn Menschen in dem angeführten Alter neigen im allgemeinen' etwas mehr zu Denken und zur kritischen Beurteilung, wie Kinder, und das Prinzip, das o Kindern sehr gute Erfolge hat, wird bei Erwachsenen nicht verfangen. (? Die Ketw Der H. C. ist meiner Meinung nach verpflichtet, seinen Mitgliedern eHj möglichst grosses zionistisches Wissen zu vermitteln und sie durch Aro und Kurse zu tatkräftigen und tatfreudigen Zionisten zu machen. Bisher der H. C. dies zu erreichen versucht, indem er seinen neuen Mitgliedern^ P Winter einen kurzen Tendenz-Kursus vermittelte, der ihnen die no wendigsten Grundlagen der Theorie und Geschichte des Zionismus gab. ^usse - dem durch Kurse im Hebräischen usw., ferner durch Wandern, S^m.j,g schaftliches Turnen und Leichtathletik u. s. f. Das gemeinschaftucn Wandern sollte uns einander näher bringen, ebenso wie Turnen und 5p°v Während wir in den Kursen unser Wissen über alle jüdischen Dinge ver. wollen und müssen, um unserm Bund gerecht zu werden. Und dann noch ein der Blau-Weiss ist eine reine Jugendorganisation, nimmjt alle auf, die sicnJ r jung fühlen und gewillt sind mitzuarbeiten oder nwtautun, während <*er. faSt und die K. J. V. - Verbindungen afs Berufsorganisationen nur oder r nur Kaufleute resp. Akademiker aufnehmen. Die Kaufleute wollen daher einen Führer, der unendlich hoch über ihnen steht, sondern! einen Kamera«' der ihrer Arbeit den Weg weist und sie in ihrem Ringen mit ,sicb selbst u den Problemen des Lebens und Judentums unterstützt, wir wollen einen °^2fLch bruder im wahren Sinne des Wortes, einen Menschen, mit dem man .W,I*j,fl# vertraut ist und der einem wirklich Freund und Bruder ist und sein *a Wir in den Berufsorganisationen können nicht, wie Grau dies für Blau-Weiss tut, einfach unsere Unfähigkeit zugeben, in der Gesamtorganisat mitzuarbeiten und dann hinzufügen, es liegt nicht an uns, sondern an den an°£nI{ haben wir vielmehr erkannt, dass es uns nicht gut möglich; ist, mitzuarbeiten, o» müssen wir versuchen, zu erkennen, ob nicht auch auf unserer Seite ren