Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 11 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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21 .. Ich eikenne an, dass das Menschenmateriaf des Bar Kochfoa ein vorzügliches ist, fast jeder einzeln« ist jüdisch tief durchgebildet and von der zionistischen Idee durchdrungen. Es ist ja auch nur dank diesem Materiaf möglich gewesen, dass sich der Bar Kochiba zu seiner heutigen Stärke entwickelt hat. Nichtsdestoweniger hat die Wiener Hakoah durch eine andere Methode trotz vielleicht schlechteren Menschenmaterials bedeutend grössere Erfolge erreicht, "■em Bar Kochba fehlt also hauptsächlich der ständige persönliche Kontakt seiner Mitglieder untereinander, es fehlt ihm das Klub he im. P Nun zu den einzelnen Abteilungen;. Die strammste ist ohne Zweifel die ^uderabteilun g*);. Die studentische Disziplin, das unbedingte Unterordnen •jer Leitung gegenüber, musste vorzügliche ,Früchte bringen. Die Stunden, ^ie wir im Bootshause verbrachten, gehören zu den schönsten Erinnerungen an Berlin. Die Fechtabteilung, die vorläufig mit dem inneren Ausbau ken 's*' '',ess ■ebenfalls sofort eine stramme zielbewusste Führung er- , Die Turnabteilungen hatten regen Betrieb aufzuweisen. Die turnerische Qualität der Einzelnen dürfte momentan etwas höher einzuschätzen sein als die der Wiener Turner, während das Damenturnen nicht so gut ntvvidkelt ist als in Wien. Es wäre sehr vorteilhaft, wenn auch die turne- 's c h e n Beziehungen zwischen Wien und ^Berlin wieder aufgenommen würden, aff£Lnur c'er Mangel an Wettbewerb Hess eine gewisse) Flauheit im Turnbetriebe kommen, die bei Durchführung einer turnerischen Konkurrenz sofort einer zieibewussten Arbeit Platz machen würde. , . Nun zur Sportabteilung. Dort wird intensiv und systematisch geroeitet. Trotzdem den Bar Kochbanern nicht diese Erfolge beschieden sind, .le den Hakoahnern in Wien, — der Qrund liegt da in der weit g e - j.ln&eren Entwicklung d'er Leichtathletik in Wien — sind ire (Leistungen im grossen und! ganzen denen der Wiener zumindest eben- H."rM§'- Einen 'Läufer wie Ernst Simon II besitzt Wien nicht, und auch 'r in Wien sind stolz darauf, dass die jüdischen Farben einen so würdigen, ertreter gefunden haben. In sonstigem Mittel Streckenmaterial ist ,1 len stark über. Ich nehme hier zur Grundlage meiner Kritik nicht die von ah , et,ern in Berlin gezeigten Leistungen, da diese ihrer Leistungsfähigkeit Inri licht entsprechen, sondern die in Wien regelmässig erzielten Resultate. , den kurzen Strecken dürfte Wien den besten Vertreter haben, wogegen Berlin ko i seren Durchschnitt aufweisen dürfte. Auch in den Sprungda "hrrenzen dürfte Wien vorläufig noch bessere Einzelvertreter stellen, de w **eruner Vertreter noch nicht genügend durchtrainiert erscheinen. Von .n Wurfkonkurrenzen kann ich lediglich das Kugelstossen beurteilen, und ■jj* steht fest, dass weder Berlin noch Wien gutes Material besitzen. Im jji^enie'nen besteht also ziemliche Gleichwertigkeit. Es wäre sehr zu eefn,S*en' wenn von nun an jedes Jahr Berlin und Wien seine besten Vertreter g «^"einander antreten Messen, denn diese .Konkurrenz würde beide Teile zu stu €r Arbeit anspornen und jeder Teil würde seine Leistungen an den Leiwen Cn dcs ,anderen hinaufschrauben. Und jeder wäre sicherlich erfreut, "n 'der andere sich als der Bessere erweist. m Was die Durchführung des Sportfestes anbelangt, so stand dieses organisatorischer Hinsicht sicherlich auf der Höhe. Wenn einige Einrich- Snnrt" 1108 fremd erschienen, so liegt das in den Berliner allgemeinen nK:rtiYerhäItnissen. So zum Beispiel hat uns die überaus schlechte Beschaffender Rennbahn überrascht, die audh unsere Leistungen stark beeinträchtigte, aht . ,c n a d e ist nur, dass Berlin keine eigene Fussballg^teilung besitzt, und der Bar Kochba wird wohl dieser 2 clle näher treten müssen, um seinen Aufgaben gerecht in l^'erc'en- Der F u s sb a II s po r t ist heute wohl am meisten zum'6 Mass<;n gedrungen und unsere Bewegung, die nicht geringsten Te i le P ro p a g a nd a a r b e i t zu verrichten hat, j _ ..*) Anra, d. Red.: Gemeint, ist der Ruder-V. J. St., den die Wiener seinem Bootshaus besuchten und* in seiner Tätigkeit beobachten konnten. 1 1