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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 11 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
11 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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19 ailen unseren Veranstaltungen. Ob ihr zur Turnstunde, zum Vortrag, zu einer geseiligen Veranstaltung oder sonst etwas kommt, eure erste Pflicht, liebe rurnschwestern und' Turnbrüder, sei, pünktlich zu erscheinen. Wir haben ein £ut Stüde Erziehungsarbeit an uns selbst geleistet, wenn wir diese hässliche Unsitte der Unpünfctlichkeit aus unserer Mitte gebannt haben. — Zum hebräischen Kommando sei folgendes bemerkt: Es soll eine weitere Ausdruckstorm unserer nationaljüdischen Gesinnung' und unseres Willens sein, die Sprache unserer Väter wieder bei uns einzuführen. Hüten wir uns aber davor, es zu einer reinen Aeusserlichlkeit werden zu lassen! Wenn es nichts weiter Jvare a£s das Schalom, Hedad und Lchajim —Worte, die manchmal den ganzen nebräischen Sprachschatz unserer Oesinnungsgenossen darstellen — dann wäre i'V?" fraglichem Werte; Hand in Hand damit gehen muss natürlich1 eine wnkiiche Hebräi sierung. Wir müssen darauf bedacht sein, dass unsere •Mitglieder hebräische Kurse besuchen, und wo solche seitens eines1 zionistischen °<lejnationaljüdischen Jugendvereins nicht bestehen, sie selbst einrichten, "n übrigen muss man sich klar über die Einzelheiten! des hebräischen Kommandos s.em- Eine grosse Rolle spielt bekanntlich die Erklärung des Kommandos,?'e oft die mehrfache Dauer des1 eigentlichen Kommandos umfasst. Die Erklärung aber in hebräisch zu geben, fehlt es uns durchweg! an den nötigen Kenntnissen. Andererseits aber die Erklärung in deutsch und das Kommando p hebräisch erklingen zu lassen, ist etwas Halbes und auch Unharmonisches. fs dürfte sich deshalb, wenn einerseits auf dem Turnboden das Hebräisch •n den Vordergrund treten, andererseits jene Dissonanz vermieden werden soll, empfehlen, das hebräische Kommando nur da anzuwenden, wo, wie bei bekannten Uebungen (Aufzug, Kippe, Wende), eine Erklärung nicht nötig_ ist, oae-, vvie bei vielen Freiübungen, die Erfclärung so kurz ist, dass es nichts ausmacht, wenn nach dem hebräischen Kommando nodh einige deutsche Worte ^sprechen werden. — Ein Punkt, bei dem die Meinungen etwas weiter auseinander gingen, war die Frage des Duzfcomments. Wir wollen eben ^eine blossen Vereine, sondern eine Gemeinschaft sein, nicht bloss Menden, die zu Turnen und Sport, in der Halle und im Freien, zusammenkommen und wieder auseinandergehen, sondern wollen uns auch menschlich! nähertreten; UjOu uns durch Kameradschaft und Freundschaft miteinander verbinden. In j^sem Sinne soll der Duzkomment der Ausdruck eines engen und, wie es in xfj".Worte Turn-,,Bruder" liegt, brüderlichen Verhältnisses sein. — Zur J. T. V.- /•adel sei noch bemerkt: Ihre Verleihung muss ein feierlicher Akt sein, P*' dem der mit ihr Bedachte besonders auf seine Pflichten als J. T. Ver. gizuwei&en ist. Solche „Nadelfeste" könnten dann bei uns eine ähnliche edeuttuig und . Berühmtheit erlangen wie unsere Makkabäerfeste. t f Die Münchener Tagung liegt hinter uns. Wir sind", mit 'etriedigenden Eindrücken, in unsere J. T. V. zurückgekehrt, um! dort während *s neuen Jahres die in München empfangenen Anregungen zu Verwerten. ™«r müssen vor allen Dingen bestrebt sein, den J. T. VC-Gedanken überallhin u verbreiten, auch in der eigenen hationaljüdisehen Jugendbewegung, wo er, unC •m?"*0'n> nocn immer viel zu wenig Beachtung findet. Die Arbeit, die unt ,niJK>mmenden! Winter bevorsteht, ist wahrlich keine geringe. Vertrauensoh ai eitsfron wollen Wir den Blick auf die Zukunft richten, nicht aber, n?e Jnn gelegentlich auch rückwärts zu lenken, auf die Miinchener Tagung, nirM u Turnschwestern Mnd Turnbrüder, die wir doch kennen gelernt, und keit noch einma' den Münchnerinnen und Münchnern für ihre Aufmerksam- 'ten und Anstrengungen unseren herzlichsten Dank zu sagen. 1 1

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