Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 11 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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11 führt. Es gilt dies aber, wenn wir von der Jugend und zu ihr sprechen, jn erster Linie vom Sexuellen. Ein Mensch, der sich, jüdischbegeistert, für Volksideale einsetzt, von jüdischer Rennaissance, judisch-historischem Heldenmut und alt-jüdischer Charaktergrösse schwärmt, dabei aber in einem unjüdischen Geschlechtsleben seine besten, zu unendlich hohen Zwecken bestimmten Kräfte vergeudet, |st entweder ein Schwächling oder dem wahrhaft jüdischen. Geist innerlich so fern geblieben, wie einer der „Assimilanten", die er bedampft. Denn jeder ernsthafte Versuch, sich einmal mit der jüdischen Lebensauffassung vertraut zu machen, hätte ihn darauf stossen müssen, dass das Judentum die laxe Geschlechtsmoral unserer Wirtsvölker, flle die deutschen Juden leider zum grossen Teil gedankenlos übernommen haben, als unvereinbar mit einem jüdischen Leben ansieht. Nicht aus pharisäerhaftem Dünkel, nicht aus dem Gedanken ^natischer Askese heraus, sondern in dem einfachen und natürlichen Sjefühle dafür, dass die Reinheit des Geschlechtslebens den einzelnen Menschen und die Gesamtheit dieses Menschen adelt, heiligt und gut '"acht, dass aber das schrankenlose Hingeben an den Trieb den r^ndstein zu einem Gesellschaftsgebäude legt, in dem oberflächlich übertünchte Gier nach äusseren Genüssen, tiefste Unmoral unter der ngenhaften Maske der Konvention ein unethisch empfindendes und nicht mehr von dem starken Gefühl gegenseitiger Verantwortlichkeit durchdrungenes Geschlecht erwachsen lässt. Wir wollen in den Organisationen nach wie vor jüdisches Wissen, 'sziplir^ apologetische Kenntnisse und vor allem unsere alte Sprache ehren. Aber wir dürfen uns nicht hiermit begnügen. Die Organisation muss den jungen Menschen den bisher noch fehlenden äusseren „stoss geben, darüber nachzudenken, auf welche Weise er den grosseren Teil seines Lebens, den er ausserhalb ihres Kreises verringt, in das Judentum einbezieht und wie er aus einem „jüdisch- Politisch" tätigen zu einem jüdischen Menschen wird. Jüdischer j^ensch sein aber heisst das Gesetz respektieren, das ja Volks- «esetz ist und vor allem sittenrein leben. Geschlechtliche Enthaltsamkeit bis zur Ehe und Anstreben der Frühe h e s 1 * ü r d e n jungen Juden, der jüdisch sein oder werden '11, eine unabweisbare Forderung. Nicht widerwillig dar! 'eser Entschluss gefasst und durchgeführt werden, sondern in dem reudigen Gefühl, dass wir damit jüdisch handeln. Jüdisch handeln vif, wenn wir die Frau achten und in ihr nicht das Ventil für unsere nebe sehen, wenn wir die uns innewohnende köstliche Kraft der c Vermittlung selbständigen Lebens nicht verzetteln, sondern für die rzeugung gesunder Kinder stark erhalten und damit die Ahnenkette ortreihen, wenn wir latente Kräfte in uns nicht im Geschlechtsverkehr erausgaben, sondern sie, guten Zielen nutzbar gemacht, in geistige ...r°eit umsetzen und wenn wir der jüdischen, aber auch der nichtjuuischen Umwelt das Vorbild eines reinen Lebens geben." Es Hegt auf der Hand, wie gross der Anteil der Arbeit ist, den "sere jüdische Turnerschaft hier übernehmen kann. Sie soii 1 1