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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 11 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
11 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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9 Südiscfie 3ugend- und Gesdiledifsmoral. v Von Hans Goslar-Berlin. Vorbemerkung der Redaktion. Der nachfolgende Aufsatz enthält eine gedrängte Darstellung derjenigen Anschauung, die der Verfasser in seiner Kürzlich erschienenen Schrift „Die Sexualethik der JüdiscTien Wiedergeburt" ausführlicher begründet hat. Wir empfehlen unsern Lesern das Büchlein, ohne allerdings der Meinung zu sein, dass mit den von Goslar ausgesprochenen Forderungen das Sexualproblem bereits gelöst sei. Im nächsten Heft wird: Ludwig Strauss seinen abweichenden Standpunkt vertreten; auch sonst sind uns Beiträge zu dieser Frage sehr willkommen. Die Auffassung des Zionismus als einer rein politischen Bewegung Nfrt territorialem Endziel ist von, der jetzt heranwachsenden nationaljudischen Jugend längst überwunden. Für sie ist der Zionismus Volkssache und Individualproblem zugleich. Genauer gesagt, das Mittel, |jUrch das der Einzelne wieder jüdisch werden, sich in den Kreis j;^ jüdischen Ganzen wieder eingliedern kann, um dann als dienendes jJhed an der Verwirklichung des historischen Volksideals mitzuarbeiten. mrner mehr kommt man bei uns zu ,der Ansicht, dass eine sich auf organisatorische, propagandistische, ja selbst auch auf Palästina-Arbeit Ziehende „jüdische" und „zionistische" Tätigkeit nicht genügt, um em Einzelnen wirklich etwas zu geben, was ihn im Innersten jüdischer ^acht, dass sie nicht hinreicht, um Menschen zu befriedigen, die aus eehschem Hunger nach innerem Erleben und Erstarken zum Zionisus gekommen sind. In den Organisationen, Wo die Jugend beisammen 'tzt und sich mit Unterrichtskursen und „Fuxenstunden" mit Palästina- ^unde und Hebräischlernen wieder jüdisch zu machen sucht, drängt 'cn den wirklich Suchenden und Arbeitenden bald die trostlose Ger!ssheit auf, dass sie sich auf diese Weise wohl ein grosses Mass von ^n n t n i s s e n aneignen, das nicht nur sehr wertvoll, sondern auch ^bedingt notwendig ist, um bewusst seinen jüdischen Standpunkt li«i[e*en zu können, dass aber ein Jüdiseher-Werden im seeschen Sinne ausbleiben muss. ni bt •11 s'crl 's* »Judentum" überhaupt ein Gegenstand, der sich tet Organisationen und Kursen, auch nicht durch den geschickeinfl"1 ^dagogen vermitteln oder gar mit Nürnberger Trichtern zw SSen 'ässt. Am reinsten und schönsten und mit unge- ^ngener Selbstverständlichkeit erwächst es immer noch dort, wo bj, .lm Familienkreise und in den weiteren, aus solchen Familien gegei l ,n v°lkskreisen — das Gesetz nicht nur schematisch oder eifernd des sondern wirklich gelebt wird. Dort wo sich die Einstellung pj|- Sesamten Einzellebens in den altjüdischen Gedanken- und Und H fe'S paart mit dem Verständnis für den Geist des Gesetzes Aus schrankenlosen, aus Liebe zur Sache geborenen Hingabe. Und r -em V ° 11 Judentum erwuchs und erwächst eine seelische Einheit Und j^r°ss.e von bezwingender Majestät. Man lese das „Edom"-Buch tode -k" ^*e^e» wo euie ganze Gemeinde im Bethaus dem Flammenden iU er&eben wird und wie, als schon das Feuer sie umlodert, von L,Ppen der Märtyrer das „olenu l'schabeach" erklingt. Wie nicht 1 1

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