Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 11 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 Reichtum und Ansehen waren ebenso oft wie bei den anderen auch bei uns die obersten Motive. Wir sind denselben oberflächlichen Vergnügungen nachgelaufen und haben dieselben Unsitten mitgemacht und geduldet wie die — ach so verachteten — „Assimilanten". Wir haben wie unsere Umwelt vor den brennendsten Fragen der Gesittung und der Gemeinschaft, den religiösen, moralischen, sozialen Problemen, den Kopt in den Sand gesteckt. Sind wir also jüdischer, menschlicher hesser gewesen als die anderen? Wir von der Turnerschaft haben noch ein besonderes s»ndenbekenntnis abzulegen. Als es sich bei der Grün- Bilder aus Palästina Reigen des Kindergarten der sephardischen Talmud-Thora auf dem Zionsberg bei Jerusalem dung der Bewegung darum handelte, Farbe zu b e - e n n e n, haben wir geglaubt, aus politischen Gründen e,n besonderes „NationalJudentum" neben dem Zionismus konstruieren zu müssen. An Stelle des idealistischen chwunges, den ein unzweideutig zionistisches Bekenntnis ausgelöst hätte, glaubte man mit einer materialistisch begründeten Turnewegung weniger anzustossen und hat sich so schön zwischen zwei tuhle gesetzt. Die hygienische Begründung der Turnbewegung, er Gedanke der körperlichen Ertüchtigung, (der in seiner schärfsten orrnulierung als „körperliche Wiedergeburt" wie eine gedankliche erstiegenheit anmutet,) dürfte nie und nimmer, wie es jahrzehntelang geschah, lediglich aus materiellen Gesichtspunkten ge- 1 1