Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 9/10 (1919) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
9/10 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6492385-5965061-5965392--255-4923171
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

38 ESSf^S 2 KnftifUB9 d«r Rumpf mustern bevorzugen, im deutschen Schulturnen Aufnahme gefunden. Eben» ist das sogenannte 10 - Minuten - Turnen Stufen eingeführt woräen^ Twastuade stattßn<fet. auch in den deutschen ~„ QnwesentBcher Unterschied zwischen deutschem und schwedischem l urnen besteht darin, dass im deutschen Turnen Uktmässige, kurze, schwunghafte und schnellende Bewegungen einen grossen Raum einnehmen, während bem schwedischen Turnen sämtKche Uebungen ruhig und langsam ausgeführt werden, stets in Verbindung mit einer systematisch durchgeführten Atemgymnastik. Bei einem Vergleich dies deutschen und schwedischen Turnens darf auch der Hinweis nicht fehlen, dass man im schwedischen Schulturnen ein grosseres Gewicht auf die Ausbildung der Rumpfmuskulatur legt, als im deutschen. Beim deutschen Turnen übeiwieet in den Geräteübungen die Inanspruchnahme der Schultern und Arme, während bei der schwedischen GytnnastOc der Ausbildung der Bauchmuskeln, sowie der IaflgeO Mredcmuslkeln des Rückens besondere Beachtung zugewandt werden. * ■_tUa fu?Vl?*9 schwedische Turnen täglich nur etwa V« Stunde vorgesehen ist, ist es wichtig, diese verhältnismässig kurze ZJeit auch gymnastisch fruchtbar zu machen. Hier ist das s c h wed i s c he Tu r n e n dem deutschen zweifelte» überlegen, denn die Art des schwedfechen Turnens ermöglicht eine ständig e Ab w e ch s I u n g von Geräteturnen und Freiübungen, im Gegen»*2 zum deutschen Schulturnen, das während einer Turnstunde nur die Benutzung von^ verschiedenen (meist 2) Geräten mit je etwa i/4 Stunde L/ebungsdauer vor- Für die Hausgymnastik empfiehlt es sich, die Uebungen im Schlafzimmer beim Aufstehen und vor dem Schlafengehen vorzunehmen; Der Turner stelle sich, mindestens bis an die Hüften entkleidet, vor einen grossen Spiegel mit gutem Glas. Denn die stete Beobachtung des Muskelspiefes ist äusserst, anregend, zumaf man schon nach kurzer Zeit die beginnende Modellierung ganzer Muskelpartien wahrnimmt. Hierdurch wird nicht nur eine crossere WiUen*- konzentration erreicht, sondern auch die Kenntnis der Muskulatur erheblich gefordert und der Blick soweit geschärft, um mangelhafte und verbildete Körper- < formen von schönen harmonischen unterscheiden zu können. Ebenso formbildend wie bei den männlichen Turnern wirken die schwedischen Freiübungen auch bei Mädchen und Frauen. Die ab ganzes vielseitigen und erfrischenden Uebungen entsprechen in ihrer leichten Ausfuhrung dem Charakter der Weiblichkeit, soweit körperliche Anmut, Gewand; heit und Eleganz der Bewegungen in Frage kommt. Sie zielen die Entwicklung schöner wohlgefälliger Formen mit klaren reizvollen, statt unbestimmt weichen Linien. Es besteht kein ZweifeF, dass in den nächsten Jahren das schwedis<** ,"ün€n Hmf weit gröss,ere Beachtung auch auf unseren Turnböden und Sportplatzen finden muss. Insbesondere wird es bei unseren Frauen- und Mädchen' abteihingen einen wichtigen Platz einnehmen, denn es ist weder durch da« deutsche Gerateturnen noch durch die deutschen Freiübungen zu ersetzen. Eip üorturnerkursus für DameD. In 10 Vorträgen. Von Kreisturnwart Julius Hirsch, Bar Kochba, Berlin. . Vorbemerkung der Redaktion: Da der Kreisvorturnerkursus in»«* der ungünstigen Zeitumstände leider vorläufig verschoben werden musste, wollen wir in der Turnzeitung versuchen, dafür einen gewissen, wenn auch unzulänglichen Ersatz zu schaffen. Wir werden daher eine .Reihe von Kursen hier — gekürzt und in Stichworten — zum Abdruck bringen und beginnen mit den nachstehenden Vorträgen von Julius Hirsch, die während des Herbstes im Bar KocW*» Benin, gehalten werden. . , Einleitung. Wie jede andere Turnorganisation hat auch unser VerbaXW durch die langen Kriegsjahre turntechmiseh stark gelitten. Man wtalif ja in df" ersten zwei Kriegsjahren ständig bemüht, einen turnerisch geschürten Nachwuö»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.