Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 9/10 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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26 hebräischen Befehle des Leiters erschallen, der wird im Augenblick den besonderen Geist fühlen. Wird er ihn auch in sich aufnehmen wollen? Mit dieser Frage kommen wir gleich zur Bedeutung des neuen Faktors für den Einzelnen. Er wird viel bewusster und unmittelbarer als bisher zur Entscheidung geführt. Der Zustand deä blossen Mitturnens bei völliger Gleichgültigkeit der Tendenz gegenüber wird kaum noch möglich sein. Bereitschaft zu ernster Mitarbeit oder völlige Ablehnung werden viel schneller ihren Ausdruck finden. Das hemmende Mitläufertum wird aufhören. Natürlich kann die Neuerung nicht in einer Stunde geschehen. Damit, dass der Leiter zu seiner Abteilung plötzlich hebräisch spricht, ist nichts gemacht. Das willige Zusammenarbeiten beider Teile ist notwendige Voraussetzung für den Erfolg. Zu dem Zwecke soll dem Leiter, der von vornherein Einblick und Ueberblick über das Ganze haben muss, ein kleiner Leitfaden in die Hand gegeben werden,; der alle Befehle enthält; für die Turner werden in den nächsten Nummern der Turnzeitung in systematischer Folge kurze Kommandoabschnitte erscheinen und zwar mit hebräischen und lateinischen Lettern und mit deutscher Uebersetzung. Diese soll der Turnwart an zwei aufeinanderfolgenden Turnabenden in etwa 15—20 Minuten einüben, um sie zu vollem Verständnis zu bringen. Pflicht der Turner ist es dann, die Vokabeln zu Hause zu erlernen, damit sie an den nächsten Abenden im Zusammenhang wiederholt, oder, so weit es angängig ist, auch schon in das Kommando eingeschaltet werden können. Nach Verlauf eines Monats werden alle Turner damit vertraut sein, so dass mit neuem Stoff begonnen werden kann. Für Frei- und Ordnungsübungen wird so nach einem halben Jahre etwa das hebräische Kommando durchgängig möglich sein. Der feste Grundstein wird vorhanden sein, auf dem mit Sicherheit weiter gebaut werden kann. Wir wollen hoffen, dass dieser Plan gelingt, dass auch mit dem hebräischen (Kommando gleichzeitig hebräischer Geist in unsere Turnhallen einzieht, dass unsere Turner und Turnerinnen auf diese Weise den Weg zur ewigen Quelle unserer uralten und neu erblühenden Kultur finden. Die ersten Antworten, Wir können hier bereits die ersten Nachrichten am den austerdeutschen Ländern mitteilen, und hoffen, dass bald aucn die ferneren Brudervereine unseren Ruf erwidern. Deulsdiösierreld]. Bericht Ober den Kreisturntag des Kreises Westösterreich am 1. Juni 1919 in Wien. Am 1. Juni 1919 tagte im Turntokale des 1. Wiener Jüd. Turnvereins der III. ordentliche Kreisturntag des Kreises Westösterreich der Jüd. Turnerschaft- Tb. Kien eröffnete die Sitzung mit einigen einleitenden Worten, in denen er OK- Bedeutung der weltpolitischen Entwicklung für die national-jüdische Sache würdigte. Darauf erstattete er den Rechenschaftsbericht im Namen des Legitima-